Bodycams im Fernverkehr: 2.000 DB-Mitarbeiter erhalten Kameras ab heute
01.07.2026 - 16:04:41 | boerse-global.de
Rund 2.000 Mitarbeiter im Fernverkehr erhalten ab heute die tragbaren Kameras. Die Maßnahme soll Übergriffe dokumentieren und abschrecken.
Freiwillige Nutzung mit Schulungspflicht
Die Bodycams kommen zunächst bei Zugbegleitern, Bordgastronomie-Mitarbeitern und in den DB Lounges zum Einsatz. Die Nutzung ist freiwillig. Vor dem ersten Einsatz müssen die Beschäftigten an Schulungen teilnehmen – zu Technik, Rechtslage und Kennzeichnungspflichten.
Der Konzernbetriebsrat begrüßte die Freiwilligkeitsregelung. DB-Vorstand Michael Peterson betonte, das Reisen im Fernverkehr sei grundsätzlich sicher. Die Kameras seien ein weiterer Baustein, um eskalierende Situationen zu entschärfen.
Reaktion auf steigende Gewalt
Hintergrund der Initiative ist ein alarmierender Trend: 2025 registrierte die Bahn über 3.000 Angriffe auf Beschäftigte. Den entscheidenden Impuls gab ein tödlicher Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar im Februar 2026.
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Bahnchefin Evelyn Palla kündigte damals an, perspektivisch alle Beschäftigten mit Kundenkontakt auszustatten – im Nah- und Fernverkehr sowie an Bahnhöfen. Die Bodycam-Einführung ist Teil einer breiten Übereinkunft zwischen Bund, Ländern, Gewerkschaften und Verkehrsbranche.
Strenge Datenschutzvorgaben
Eine Dauerüberwachung gibt es nicht. Die Kameras werden erst in konkreten Konfliktsituationen aktiviert – nach einer Ansage der Mitarbeiter. Aktuell zeichnen die Geräte nur Bildmaterial auf. Tonaufnahmen sind für das dritte Quartal 2026 in einer Testphase geplant, sofern die rechtliche Prüfung grünes Licht gibt.
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Die Daten werden verschlüsselt gespeichert und nach 72 Stunden automatisch gelöscht – es sei denn, die Bundespolizei greift für Ermittlungen darauf zu. Datenschutzexperte Prof. Dr. Alexander Roßnagel betonte: Der Einsatz sei nur anlassbezogen in Eskalationsmomenten zulässig.
Größeres Sicherheitspaket
Die Bodycams sind nur ein Teil des Aktionsplans. Die Bahn stellt zudem 200 zusätzliche Sicherheitskräfte ein. Außerdem arbeitet das Unternehmen an der technischen Weiterentwicklung von Hilferufknöpfen für das Personal. Auch die Videoüberwachung an Bahnhöfen soll weiter ausgebaut werden.
