Luftfahrtbehörde, MÀngel

Luftfahrtbehörde sieht MÀngel in Boeings QualitÀtsmanagement

27.02.2024 - 00:55:19

Boeing-Mitarbeiter informierten lieber ihre Manager ĂŒber Probleme, statt sie wie vorgesehen in die Berichts-Systeme einzutragen. Eine Untersuchung der US-Luftfahrtaufsicht fand zahlreiche Defizite.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat nach einer monatelangen Untersuchung MĂ€ngel bei der QualitĂ€tssicherung von Boeing angeprangert. In der Verkehrsflugzeug-Sparte fand eine FAA-Kommission etwa keinen einheitlichen und klaren Weg fĂŒr die Mitarbeiter, ĂŒber QualitĂ€tsmĂ€ngel zu berichten. «BeschĂ€ftigte verstanden nicht, wie die verschiedenen Berichtssysteme zu bedienen sind - und welches System sie wann nutzen sollten», hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht. Die Mitarbeiter hĂ€tten es auch formelle Verfahren gemieden und Probleme eher ihren Vorgesetzten mitgeteilt.

Nach GesprĂ€chen mit der Belegschaft seien auch Zweifel daran aufgekommen, dass man fĂŒr interne Meldungen ĂŒber QualitĂ€tsprobleme keine negativen Konsequenzen befĂŒrchten mĂŒsse. Die Kommission zeigte sich besorgt, dass Boeing-BeschĂ€ftigte entmutigt werden könnten, Probleme zu melden. Insgesamt gebe es unter Mitarbeitern Verwirrung ĂŒber ihre Rolle im Sicherheitsmanagement, da Verfahren und Schulungen dafĂŒr komplex seien und sich stĂ€ndig Ă€nderten.

Als Teil der Untersuchung hatte die Kommission Boeing auch aufgefordert, zu belegen, dass die Sicherheit oberste PrioritĂ€t habe. Doch Unterlagen, Befragungen und GesprĂ€che mit Mitarbeitern hĂ€tten nicht gezeigt, dass Boeing dem Ziel so grundlegend verbunden sei, wie der Konzern es behaupte, hieß es.

Boeing betonte, man habe die FAA-Kommission in ihrer Arbeit unterstĂŒtzt und bereits Maßnahmen zur Verbesserung der QualitĂ€tskultur ergriffen. Man werde den Bericht auswerten und daraus SchlĂŒsse fĂŒr weitere Maßnahmen ziehen.

Rumpfteil brach aus 737-9 Max heraus

Der Flugzeugbauer steht nach einem dramatischen Zwischenfall unter verstĂ€rktem Druck, die QualitĂ€tskontrollen zu verbessern. Anfang Januar war bei einer so gut wie neuen 737-9 Max mit mehr als 170 Menschen an Bord kurz nach dem Start im Steigflug ein Rumpfteil herausgebrochen. Bei dem Vorfall wurde niemand ernsthaft verletzt - zufĂ€llig waren die beiden PlĂ€tze direkt an der Öffnung leer geblieben.

Die Unfallermittlungsbehörde NTSB geht davon aus, dass an dem Teil Befestigungsbolzen fehlten. Boeing-Chef Dave Calhoun ĂŒbernahm die Verantwortung fĂŒr den Fehler.

Die FAA-Kommission schrÀnkte ein, dass Untersuchungen einzelner VorfÀlle nicht zu ihren Aufgaben gehört habe. Doch die wÀhrend ihrer Arbeit bekanntgewordenen Probleme hÀtten ihre Besorgnis verstÀrkt.

Die Untersuchung hatte im MĂ€rz 2023 begonnen. Boeing geriet bereits vor fĂŒnf Jahren in die Kritik, nachdem zwei Max-Maschinen abstĂŒrzten und dabei 346 Menschen ums Leben kamen. Das Problem lag in einer Assistenzsoftware. Behörden in aller Welt verhĂ€ngten deshalb Flugverbote fĂŒr den Typ: Ab MĂ€rz 2019 durften Max-Flugzeuge mehr als eineinhalb Jahre lang nicht abheben und wurden erst nach technischen Verbesserungen wieder zugelassen. Den Hersteller kostete das Debakel Milliarden.

Immer wieder gibt es Probleme bei Boeing

Die FAA-Kommission schrÀnkte ein, dass Untersuchungen einzelner VorfÀlle nicht zu ihren Aufgaben gehört habe. Doch die wÀhrend ihrer Arbeit bekanntgewordenen Probleme hÀtten ihre Besorgnis verstÀrkt.

Die Untersuchung hatte im MĂ€rz 2023 begonnen. Boeing geriet bereits vor fĂŒnf Jahren in die Kritik, nachdem zwei Max-Maschinen abstĂŒrzten und dabei 346 Menschen ums Leben kamen. Das Problem lag in einer Assistenzsoftware. Behörden in aller Welt verhĂ€ngten deshalb Flugverbote fĂŒr den Typ: Ab MĂ€rz 2019 durften Max-Flugzeuge mehr als eineinhalb Jahre lang nicht abheben und wurden erst nach technischen Verbesserungen wieder zugelassen. Den Hersteller kostete das Debakel Milliarden.

@ dpa.de