GeschÀftsklimaindex Consulting: Trotz positivem Blick nach vorn fordern vielfÀltige Herausforderungen die Aufmerksamkeit der Branche
28.01.2026 - 12:37:36Die aktuelle GeschĂ€ftslage ist zwar im Vergleich zum Vorjahr Ă€hnlich, allerdings sehen die Unternehmen fĂŒr 2026 deutlich positiver in die Zukunft. 30 Prozent der Beratungen erwarten gĂŒnstigere GeschĂ€ftsaussichten (Q4/24: 26%) und nur 23 Prozent gehen von ungĂŒnstigeren GeschĂ€ftsaussichten aus (Q4/24: 30%). "Viele Beratungen spĂŒren eine wiedererwachte Bereitschaft im Markt, bestimmte Projekte trotz uneinheitlicher Gesamtkonjunktur anzugehen.", erklĂ€rt Iris Grewe diese VerĂ€nderung gegenĂŒber dem Vorjahr.
Kleine Beratungen am stÀrksten unter Druck
Bezogen auf die UnternehmensgröĂe spĂŒren kleine Beratungen die aktuelle ZurĂŒckhaltung im Markt am stĂ€rksten. Hier ist der GeschĂ€ftsklimaindex, der die aktuelle GeschĂ€ftslage sowie die Zukunftsaussichten umfasst, um fast zehn Punkte auf 81,7 gefallen. Am positivsten zeigt sich der Index der groĂen Beratungen (+2,6 Punkte) und der Beratungen zwischen 250.000 Euro und 1 Mio. Euro Umsatz (+2,4 Punkte).
AufgeschlĂŒsselt nach Beratungsbereichen zeigen sich bei Sanierungsberatung mit einem GeschĂ€ftsklimaindex von 106 (+3,4 Punkte) und in der IT-Beratung mit einem Index von 93 (+3,5 Punkte) die stĂ€rksten Indexwerte. Das Schlusslicht bildet die HR-Beratung mit einem GeschĂ€ftsklimaindex von 82
(-2,1%). Auffallend ist, dass Strategieberatungen mit 27 Prozent (Q3: 12%) und Organisations- und Prozessberatungen mit 28 Prozent (Q3: 17%) am ehesten ungĂŒnstigere GeschĂ€ftsaussichten erwarten.
Professional Services mit stÀrkstem Nachfragezuwachs in 2025
Bei den Branchen fĂŒhren im Jahresvergleich weiterhin Versorger (47%) und Public Sector (42%) die Liste der nachfragestĂ€rksten Branchen an. Fahrzeugbau (15%), Maschinenbau (14%) und Chemie (7%) bilden wie im vierten Quartal 2024 die Schlusslichter.
In der Branche der Professional Services zeigte sich im Laufe des letzten Jahres stetig wachsende Nachfrage nach Beratungsdienstleistungen, so dass die Branche im Q4/25 mit 35% die drittstÀrkste Nachfrage zeigte (Q4/24: 23%, Platz 11).
MittelgroĂe und groĂe Beratungen stellen sich aktiver den VerĂ€nderungen in Kompetenzen und Aufgaben als kleine Firmen
Bei den VerĂ€nderungen der Kompetenzen zeigt sich eine Spreizung nach GröĂenklassen: Mit zunehmender UnternehmensgröĂe steigt der Anteil der Unternehmen, die von KompetenzverĂ€nderungen berichten.
Bei den Aufgaben fĂ€llt auf, dass sich weniger die Aufgaben an sich verĂ€ndert haben, sondern vor allem die Art der Bearbeitung. Auf Leitungsebene geben 73 Prozent der kleineren, 81 Prozent der mittelgroĂen und 79 Prozent der groĂen Consultingunternehmen an, dass sich die Aufgaben "etwas" oder "deutlich" verĂ€ndert haben. "KI und Automatisierung verĂ€ndern in vielen Dingen die TĂ€tigkeitsdurchfĂŒhrung. Die TĂ€tigkeit an sich verĂ€ndert sich dabei jedoch nicht.", konkretisiert Iris Grewe.
Beleuchtet man den Umgang mit dieser VerĂ€nderung unter BerĂŒcksichtigung der GröĂenklassen der Unternehmen, zeigen sich deutliche Unterschiede. Kleinere Consultingunternehmen gehen bislang weniger systematisch mit dem Kompetenzwandel um. So integrieren nur 37 Prozent der kleineren Firmen die Kompetenzentwicklung in Leistungs- und Karriereprozesse. Im Gegensatz dazu tun dies bereits 69 Prozent der mittelgroĂen und 93 Prozent der groĂen Unternehmen. Ebenso haben bisher nur 24 Prozent der kleinen Unternehmen ihre Recruiting-Profile angepasst, im Gegensatz zu 72 Prozent der mittelgroĂen bzw. 79 Prozent der groĂen Unternehmen.
Wichtigkeit von KundennÀhe im Widerspruch zu gelebtem Homeoffice
Trotz der vermeintlichen Wichtigkeit von KundennĂ€he sind Beraterinnen und Berater im Schnitt nur 1,4-1,5 Tage pro Woche beim Kunden. Die Möglichkeit fĂŒr Homeoffice ist in 95 Prozent des Gesamtmarkts etabliert, allerdings planen 17 Prozent der Unternehmen in den nĂ€chsten zwölf Monaten höhere PrĂ€senzzeiten und nur noch vier Prozent eine weitere Flexibilisierung. Hier zeigt sich ein Zielkonflikt vieler Unternehmen: WĂ€hrend Homeoffice bei 75 Prozent der Befragten zur Zufriedenheit der Mitarbeitenden beitrĂ€gt, so sehen nur 40 Prozent einen positiven Einfluss bei der ProduktivitĂ€t. Deutlich negativ wird Home Office im Hinblick auf die Einarbeitung neuer Teammitglieder (81%), der Zusammenarbeit (70%) und der KundennĂ€he (58%) sowie dem Vertriebserfolg (54%) gesehen. "Die Unternehmen mĂŒssen die positiven Effekte fĂŒr das Personal gegen die operativen und marktbezogenen Herausforderungen abwĂ€gen.", sagt Iris Grewe und ergĂ€nzt: "Erwartbar ist daher, dass sich mittelfristig das VerhĂ€ltnis von PrĂ€senzarbeit und Home Office weiter in Richtung PrĂ€senz verschieben wird. Vor allem, wenn es um die Akquisition und Betreuung von Neukunden und -geschĂ€ft geht".
Ăber den BDU:
Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V. sind aktuell rund 600 Unternehmen mit 19.000 Beraterinnen und Beratern organisiert. Damit zĂ€hlt der BDU weltweit zu den drei fĂŒhrenden Wirtschafts- und BerufsverbĂ€nden der Consultingwirtschaft.
Zur Systematik
Der an die Systematik des ifo-Instituts angelehnte BDU-GeschÀftsklimaindex (GKI) erscheint quartalsweise und bildet die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Erwartungen der Branche an die geschÀftliche Entwicklung ab.
GröĂenklassen: Der BDU-GeschĂ€ftsklimaindex ordnet die Beratungen in die fĂŒnf Kategorien GroĂe Beratungen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro, MittelgroĂe Beratungen (1 bis 10 Millionen bzw. 10 bis 50 Millionen Euro) sowie Kleinere Beratungen (1 Million bis 250.000 bzw. unter 250.000 Euro).
Beratungsfelder: Organisations- und Prozessberatung, Strategieberatung, IT-Beratung, HR-Beratung, Sanierungsberatung
Teilnehmende: An der Befragung haben sich insgesamt 253 Beraterinnen und Berater beteiligt.
Pressekontakt:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberatungen BDU e.V.
Annette Sausen
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