BPEX-Standard: Paketbranche führt digitale Zeiterfassung auch bei Partnern ein
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 17:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Paket und Express Logistik (BPEX) haben sich zu einer flächendeckenden Einführung der digitalen Arbeitszeiterfassung verpflichtet.
Wie der Verband mitteilte, soll der verbindliche Standard künftig nicht nur in den eigenen Betrieben greifen, sondern auch von externen Zustell-Vertragspartnern eingefordert werden. Mit diesem Schritt reagiert die Branche auf anhaltende Debatten über Arbeitsbedingungen und Kontrollmöglichkeiten im Kurier-, Express- und Paketmarkt.
Mehr Transparenz und Erleichterung für Behörden
Die Initiative zielt laut BPEX darauf ab, geleistete Arbeitsstunden verlässlich zu dokumentieren und eine faire Bezahlung über die gesamte Kette der Zustellung hinweg sicherzustellen. Neben einer verbesserten Transparenz solle der Schritt auch den fairen Wettbewerb zwischen den Marktteilnehmern stärken.
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Ein wesentlicher Faktor seien zudem die behördlichen Kontrollen: Digitale Aufzeichnungen erleichtern nach Angaben des Verbandes die Prüfungen durch Kontrollorgane erheblich. Analoge Dokumentationssysteme, wie etwa manuelle Stundenzettel oder papiergestützte Listen, böten hingegen Schlupflöcher, die durch durchgängige elektronische Erfassungsformen geschlossen werden sollen.
Verband fordert gesetzliche Pflicht für alle Branchen
Über die freiwillige Selbstverpflichtung seiner Mitgliedsbetriebe hinaus drängt der BPEX auf eine bundesweite gesetzliche Regelung. Der Verband fordert eine gesetzliche Pflicht zur digitalen und überprüfbaren Arbeitszeiterfassung für alle gewerblichen Tätigkeiten in Deutschland. Diese Vorgabe solle nach den Vorstellungen des Verbandes ausnahmslos gelten und unabhängig von der jeweiligen Beschäftigtenzahl eines Unternehmens greifen.
Hintergrund der Verbandsforderung ist unter anderem der Umstand, dass eine umfassende Novellierung des deutschen Arbeitszeitgesetzes laut BPEX nach wie vor aussteht. Durch eine branchenübergreifende gesetzliche Festlegung könnten einheitliche Rahmenbedingungen für den gesamten Arbeitsmarkt geschaffen werden, anstatt Schutzstandards nur auf einzelne Sektoren oder Betriebsgrößen zu beschränken.
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Wirtschaftliche Dimension des Paket- und Expressmarkts
Die Reichweite der Brancheninitiative unterstreichen die vom Verband veröffentlichten Strukturdaten für den deutschen Markt. Demnach sorgen rund 4.000 Unternehmen für die Zustellung in Deutschland. Die gesamte Branche umfasst rund 270.000 Beschäftigte.
Das operative Volumen im Markt liegt bei rund 4,4 Milliarden Sendungen jährlich, während der Jahresumsatz in Deutschland 28,4 Milliarden Euro erreicht. Vor diesem Hintergrund betrachtet der BPEX die Vereinheitlichung der Arbeitszeiterfassung bei Dienstleistern und Vertragspartnern als einen wesentlichen Baustein für Rechtssicherheit und betriebliche Compliance in der Logistikwirtschaft.
