Brasilien, US-Zöllen

Brasilien schaltet wegen US-Zöllen WTO ein

06.08.2025 - 23:03:19

Brasilien hat wegen der neuen US-Strafzölle unter PrÀsident Donald Trump die Welthandelsorganisation (WTO) eingeschaltet.

"Mit den genannten Maßnahmen verstoßen die Vereinigten Staaten in eklatanter Weise gegen zentrale Verpflichtungen, die sie in der WTO eingegangen sind", teilte das Außenministerium mit.

Konkret geht es um Einfuhrzölle in Höhe von 50 Prozent auf eine breite Palette brasilianischer Exportprodukte, die seit Mittwoch gelten. Betroffen sind unter anderem Fleisch und Kaffee. Ausgenommen sind wichtige GĂŒter wie Orangensaft, zivile Flugzeuge, Erdöl und DĂŒngemittel. Nach Angaben des brasilianischen Industrieministeriums ist rund ein Drittel der brasilianischen Exporte in die USA von den Strafzöllen betroffen.

Der sogenannte Konsultationsantrag bei der WTO ist der erste Schritt in einem möglichen Streitbeilegungsverfahren. Dabei sind zunÀchst bilaterale GesprÀche vorgesehen, um eine Lösung ohne formelle juristische Schritte zu finden. PrÀsident Luiz Inåcio Lula da Silva warf Trump mangelnde GesprÀchsbereitschaft vor.

Brasilien sieht politische Motive hinter Trump-Zöllen

Die US-Regierung hatte die hohen Zölle zuletzt mit der strafrechtlichen Verfolgung des frĂŒheren brasilianischen PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro begrĂŒndet. Die US-Regierung wirft Brasilien vor, mit dem Vorgehen gegen Bolsonaro die nationale Sicherheit, Außenpolitik und Wirtschaft der USA zu gefĂ€hrden. Beobachter in Brasilien sehen darin einen gezielten Versuch Washingtons, politischen Druck zugunsten des rechten Ex-PrĂ€sidenten auszuĂŒben.

Bolsonaro steht seit Wochenbeginn unter Hausarrest - angeordnet von Bundesrichter Alexandre de Moraes wegen mutmaßlicher VerstĂ¶ĂŸe gegen Auflagen. Der rechte Ex-PrĂ€sident muss sich wegen seiner Rolle bei einem versuchten Staatsstreich nach seiner Wahlniederlage 2022 vor der Justiz verantworten.

Die Erfolgsaussichten Brasiliens bei der WTO gelten als begrenzt. Viele Mitgliedstaaten fordern seit Jahren eine Reform des Streitbeilegungssystems, das derzeit als geschwÀcht gilt.

@ dpa.de