Brenntag: Chemikalienhändler hebt EBITDA-Prognose auf 1,4 Mrd. Euro
23.06.2026 - 03:19:57 | boerse-global.de
Grund sind vorläufige Zahlen für das zweite Quartal, die die Markterwartungen deutlich übertrafen. Vor allem geopolitische Entwicklungen und eine robuste Nachfrage stützten die Margen des DAX-Konzerns.
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Deutlicher Sprung beim operativen Ergebnis
Nach vorläufigen Berechnungen erzielte Brenntag im zweiten Quartal 2026 ein operatives EBITDA von rund 450 Millionen Euro. Das liegt signifikant über dem Vorjahreswert von 334 Millionen Euro. Auch die Analystenerwartungen wurden übertroffen: Sie waren im Schnitt von etwa 367 Millionen Euro ausgegangen.
Die Zahlen markieren eine deutliche Erholung gegenüber dem Jahresbeginn. Im ersten Quartal hatte das Unternehmen noch ein operatives EBITDA von 306 Millionen Euro ausgewiesen – ein Rückgang von acht Prozent zum Vorjahresquartal.
Iran-Krieg als Margentreiber
Als wesentliche Treiber nannte das Unternehmen eine anhaltend robuste Nachfrage sowie verbesserte Margen. Letztere resultierten maßgeblich aus Marktverwerfungen im Mittleren Osten. Der Chemikalienhändler profitiert von den Auswirkungen des Iran-Krieges und der Blockade der Straße von Hormus. Die Folge: Verschiebungen in Lieferketten und Preisstrukturen, die Brenntag für eine Margenausweitung nutzen konnte.
Neuer Ausblick – mit Vorsicht
Aufgrund der starken ersten sechs Monate hob die Konzernleitung den Ausblick für das Gesamtjahr an. Brenntag erwartet nun ein operatives EBITDA zwischen 1,25 und 1,40 Milliarden Euro. Bisher lag die Spanne bei 1,15 bis 1,35 Milliarden Euro.
Trotz der Anhebung äußerte sich das Management für die zweite Jahreshälfte zurückhaltend. Es bestehe weiterhin Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung, zudem werde das Risiko einer möglichen Nachfrageschwäche genannt. Detaillierte Zahlen zum ersten Halbjahr erscheinen planmäßig am 12. August.
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Börse reagiert positiv
Die Prognoseerhöhung löste positive Impulse an der Börse aus. Die Aktie verzeichnete auf Tradegate zeitweise Kursgewinne von bis zu 3,5 Prozent und notierte in der Spitze bei 55,66 Euro.
Analysten reagierten neutral. Das Analysehaus Jefferies beließ die Einstufung auf „Hold“ mit einem Kursziel von 56 Euro. Analyst Marcus Dunford-Castro wies darauf hin, dass Brenntag die Markterwartungen zwar deutlich übertroffen habe – der neue Mittelpunkt der EBITDA-Spanne entspreche jedoch weitgehend den bisherigen Erwartungen.
