Brose Würzburg: 400 Beschäftigte fordern Klarheit über die Zukunft des Werks
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deNach Aussagen über ein mögliches Produktionsende sind am Freitagvormittag rund 400 Beschäftigte des Automobilzulieferers Brose in Würzburg zu einer außerordentlichen Betriebsversammlung zusammengekommen.
Auslöser der Zusammenkunft waren Äußerungen des Firmeninhabers zur Zukunft des Werks nach dem Auslaufen der aktuellen Standortvereinbarung im Jahr 2030. Die Arbeitnehmervertretung fordert nun verlässliche Perspektiven über diesen Zeitpunkt hinaus.
Irritationen nach Aussagen auf Führungskräftetreffen
Für erhebliche Unruhe an dem unterfränkischen Standort sorgte ein Auftritt von Gesellschafter Michael Stoschek. Dieser hatte am 27. Oktober 2026 bei einem Treffen in Bamberg vor 150 Führungskräften das Wort ergriffen und von einer Schließung des Werks Würzburg gesprochen. Demnach solle die Fertigung im Jahr 2030 enden und Produktionslinien könnten ins Ausland abwandern. Zudem biete das neue Gebäude in Bamberg genügend Raum für Mitarbeiter.
Der Betriebsratsvorsitzende Yves Weinberger kritisierte das Vorgehen des Inhabers deutlich und bezeichnete dessen Aussagen als unverschämt sowie respektlos gegenüber der Belegschaft.
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Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen fordern die IG Metall und der Betriebsrat nun ein unmissverständliches Bekenntnis der Unternehmensleitung zur langfristigen Zukunft des Standorts. Die Arbeitnehmervertreter betonten, man werde sich mit einer Schließung nach 2030 nicht zufriedengeben und setze sich dafür ein, weitere Produktionen nach Würzburg zu holen.
Vereinbarte Standortsicherung und neue Produktfelder
Das Unternehmen Brose bekräftigte seinerseits die Gültigkeit der bestehenden Standortsicherung in Würzburg bis zum 31. Dezember 2030. Die Vereinbarung war Ende 2025 zwischen Brose und der IG Metall im Rahmen eines Zukunftsplans beschlossen worden; der dazugehörige Tarifvertrag läuft bis zum Jahresende 2030. Die Beschäftigten hatten dafür im Vorjahr im Zuge eines Ergänzungstarifvertrags Zugeständnisse gemacht.
Bereits im Jahr 2025 hatten rund 1.400 Beschäftigte um den Fortbestand des Werks gebangt, bevor das drohende Aus vorerst abgewendet werden konnte. Ein wesentlicher Bestandteil der bisherigen Zukunftspläne sah vor, neue Geschäftsfelder zu erschließen: So sollen am Standort Würzburg künftig unter anderem Kleinsatelliten sowie entsprechende Bauteile gefertigt werden.
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Trotz dieser Neuausrichtung bleibt die Ungewissheit über den Fortbestand der industriellen Fertigung nach dem Jahr 2030 für die Belegschaft vorerst bestehen.
