Flug mit von der Leyen gestört - Russland unter Verdacht
Veröffentlicht am: 01.09.2025 um 14:56 Uhr | dpa.de(Neu: mehr Details)
BRĂSSEL (dpa-AFX) - Russland steht unter dem Verdacht eines gezielten Störangriffs auf ein Flugzeug mit EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen an Bord. Nach Angaben einer Sprecherin gab es am Sonntag bei einer Reise der deutschen Politikerin nach Bulgarien ein sogenanntes GPS-Jamming. Dabei werden Signale des satellitenbasierten Navigationssystems GPS gezielt gestört oder blockiert.
Die bulgarischen Behörden vermuten, dass Russland hinter der Attacke stecke, wie die Sprecherin weiter sagte. Sie seien nun dabei, den Fall zu untersuchen.
Flugzeug kann sicher landen
FĂŒr Ursula von der Leyen (66) und die anderen Mitreisenden endete der Zwischenfall glimpflich. Ihr Charter-Flugzeug konnte demnach am Ende sicher in der Stadt Plowdiw landen. Von dort aus fuhr die KommissionsprĂ€sidentin zu einem Treffen mit MinisterprĂ€sident Rossen Scheljaskow und besuchte das gröĂte staatliche RĂŒstungsunternehmen. Der Trip war Teil einer mehrtĂ€gigen Tour von der Leyens in LĂ€nder im Osten und Norden der EU.
Als ein möglicher Hintergrund der Attacke wurde in BrĂŒssel genannt, dass es bei den politischen GesprĂ€chen auf der Tour vor allem um Abschreckungs- und Verteidigungsinitiativen gegen Russland gehen sollte. Bulgarien spielt zudem auch als Waffenlieferant fĂŒr die ukrainischen StreitkrĂ€fte eine Rolle. Nach Angaben von der Leyens kamen zu Beginn des russischen Angriffskrieges ein Drittel der Lieferungen aus dem Land am Schwarzen Meer.
Im damaligen kommunistischen Ostblock galt Bulgarien als Moskaus treuster VerbĂŒndeter und noch heute gibt es UnterstĂŒtzer. Vor der Ankunft von EU-KommissionsprĂ€sidentin von der Leyen protestierten AnhĂ€nger prorussischer Parteien gegen ihren Besuch.
VorfÀlle auch in anderen LÀndern
Die Sprecherin der EU-Kommission sagte zu dem GPS-Jamming, VorfĂ€lle wie dieser stĂ€rkten nur die Entschlossenheit, die VerteidigungsfĂ€higkeiten auszubauen und die UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine zu verstĂ€rken. Man sei sich bewusst, dass Drohungen und EinschĂŒchterungen ein regelmĂ€Ăiger Bestandteil von Russlands feindlichem Vorgehen seien.
Zum genauen Ablauf des Angriffs gab es von der EU-Kommission zunÀchst keine genauen Angaben. Nach einem Bericht der "Financial Times" musste der Charter-Jet mit von der Leyen wegen der Störung rund eine Stunde lÀnger als geplant in der Luft bleiben. Dann habe der Pilot die Entscheidung getroffen, manuell mit Hilfe analoger Karten in der Stadt Plowdiw zu landen, hieà es.
Die Störung der GPS-Satellitennavigation durch Russland ist grundsĂ€tzlich nicht neu. So bestellte Estland bereits im vergangenen Jahr deswegen den GeschĂ€ftstrĂ€ger der russischen Botschaft in Tallinn ein. Damals hatten GPS-Störungen sogar dazu gefĂŒhrt, dass zeitweise der Flugverkehr zwischen Finnlands Hauptstadt Helsinki und Estlands zweitgröĂter Stadt Tartu eingestellt werden musste.
