Büroflächen, Moderne

Büroflächen: Moderne Arbeitskonzepte könnten 194 Millionen Quadratmeter sparen

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Report beziffert den Flächenbedarf je Beschäftigten auf 18,3 Quadratmeter; zugleich wünschen sich viele Bürobeschäftigte mehr Ruhe.
Ein minimalistisch gestalteter, leerer Büroraum mit hohen Decken und großen Fenstern, der modernes architektonisches Design zeigt. Illustration mit AI erstellt.

Der Wandel der Arbeitswelt beeinflusst den Flächenbedarf von Unternehmen grundlegend. Aktuelle Daten aus dem Office Report 2026/2027, der auf der sechsten Erhebung von Organisationen basiert, verdeutlichen den Einfluss flexibler Modelle auf die Flächeneffizienz.

Für den Report flossen Daten von pro m², teamgnesda, Bertram ZT und Neudoerfler ein, die insgesamt 164 Organisationen mit 225.300 Mitarbeitenden, 186.000 Arbeitsplätzen und 5,48 Millionen Quadratmetern Bürofläche abbilden.

Flächeneffizienz und Potenzial für Einsparungen

Die Erhebung ermittelte einen durchschnittlichen New Work Score von 45 Prozent bei einer Spanne zwischen 5 und 90 Prozent. Die Auswertungen zeigen eine deutliche Korrelation zwischen dem Umsetzungsgrad moderner Arbeitskonzepte und dem Flächenverbrauch: Bei Organisationen mit einem hohen New Work Score liegt der Flächenbedarf bei 13,2 Quadratmetern je Mitarbeitenden, während Betriebe mit niedrigem Score 36,6 Quadratmeter verzeichnen.

Der durchschnittliche Flächenverbrauch belief sich im Jahr 2026 auf 18,3 Quadratmeter je Beschäftigten, während die zehn flächeneffizientesten Organisationen einen Wert von 7,35 Quadratmetern erreichten. Bei 48 Prozent der befragten Organisationen wird weiteres Freisetzungspotenzial gesehen. In einer Hochrechnung für Deutschland ergibt sich daraus ein rechnerisches Einsparpotenzial von 194 Millionen Quadratmetern Bürofläche.

Hinsichtlich der Auslastung sind Arbeitsplätze im Schnitt zu 62 Prozent belegt, wobei an Spitzentagen 78 Prozent und an schwachen Tagen 34 Prozent verzeichnet werden. Homeoffice wird im Schnitt an 2,4 Tagen pro Woche genutzt. Bei 54 Prozent der Organisationen blieb die Präsenz in den vergangenen zwei Jahren unverändert.

Akustik und Konzentration als operative Herausforderungen

Trotz sinkenden Flächenbedarfs stellt die Ausgestaltung der Büros Beschäftigte vor Herausforderungen. Eine YouGov-Umfrage im Auftrag von Satellite Office unter 4.104 Personen ab 18 Jahren, darunter 965 Bürobeschäftigte, analysierte die Rahmenbedingungen. Dabei gaben 37 Prozent der Beschäftigten an, ausschließlich im Büro zu arbeiten, während 53 Prozent hybrid tätig sind.

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Mehr als jeder Vierte berichtete, nicht einmal eine Stunde am Stück ungestört arbeiten zu können, und 38 Prozent vermissen regelmäßig eine geeignete Umgebung für konzentrierte Tätigkeiten.

Großraumbüros geraten dabei besonders in den Fokus: 75 Prozent der Bürobeschäftigten sehen in offenen Bürostrukturen mit sieben oder mehr Arbeitsplätzen ein Hindernis für konzentriertes Arbeiten. 84 Prozent äußerten den Wunsch nach mehr Ruhe.

Als größte Störfaktoren gelten Telefonate und Videokonferenzen, Gespräche von Kollegen sowie spontane Unterbrechungen, während digitale Ablenkungen eine geringere Rolle spielen. Frauen gaben häufiger an, von Unterbrechungen betroffen zu sein, und bewerteten Großraumbüros kritischer. Regional ist das Ruhebedürfnis in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland besonders stark ausgeprägt.

Die veränderte Rolle des physischen Büros

Internationale Untersuchungen bestätigen den Stellenwert des physischen Arbeitsplatzes bei gleichzeitig veränderten Ansprüchen. Der ISS-Report „Werkwereld 2025: De werkplek in transitie“, basierend auf den Erfahrungen von fast 11.000 Beschäftigten in 15 Ländern – darunter über 1.000 in den Niederlanden –, hält fest, dass 96 Prozent der Mitarbeiter das Büro weiterhin als wertvollen Ort für Verbindung, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung schätzen. Hybride Modelle bleiben demnach dauerhaft bestehen, während die physische Arbeitsumgebung eine veränderte funktionale Ausrichtung erfährt.

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Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine sechswöchige Savills-Malaysia-Umfrage im Auftrag von TRX City. Darin bezeichneten 81 Prozent ein physisches Büro als notwendig für einen erfolgreichen Betriebsablauf, während 19 Prozent es für unnötig hielten. 93 Prozent glauben, dass Kreativität, Zusammenarbeit und Karriereziele am besten in einem Büro erreichbar sind.

Gleichzeitig sind Desk-Sharing-Konzepte nicht unumstritten: Nur 42 Prozent fühlen sich mit geteilten Schreibtischen wohl, während 37 Prozent feste Arbeitsplätze bevorzugen.

Bei den Büroqualitäten priorisieren 77 Prozent eine funktionierende IT-Infrastruktur, 69 Prozent den Mobilfunkempfang sowie 65 Prozent Sauberkeit und 64 Prozent die Raumluftqualität. Zudem spielen Pendelzeiten und -kosten für 60 Prozent eine zentrale Rolle bei der Arbeitsplatznutzung.

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