Tierwohlcent, Bundesagrarminister

Özdemir: 'Tierwohlcent' muss jetzt kommen

16.01.2024 - 10:31:39

Bundesagrarminister Cem Özdemir dringt als Konsequenz aus den Bauernprotesten auf konkrete Schritte zu einer dauerhaft gesicherten Finanzierung fĂŒr den Umbau der Tierhaltung.

DafĂŒr mĂŒsse jetzt ein seit langem diskutierter "Tierwohlcent" kommen, sagte der GrĂŒnen-Politiker am Dienstag in Berlin. Sein Ministerium und das Finanzministerium könnten ein Modell dafĂŒr schnell aufschreiben. Aber dazu brauche es jetzt ein "klares Bekenntnis" der gesamten Ampel und die UnterstĂŒtzung der Opposition, sagte Özdemir. "Wer sich da vom Acker macht, zeigt der Landwirtschaft die rote Karte."

Hintergrund ist eine vor mehreren Jahren von einer Kommission um den frĂŒheren Agrarminister Jochen Borchert empfohlene "Tierwohlabgabe" auf tierische Produkte im Supermarkt. Denkbar wĂ€re demnach etwa ein Aufschlag von 40 Cent pro Kilogramm Fleisch. In der Koalition hatte die FDP EinwĂ€nde dagegen deutlich gemacht, signalisierte angesichts der Bauernproteste nun aber Offenheit.

Erreicht werden soll damit, dass Tierhalter nicht allein auf den Mehrkosten fĂŒr den Umbau von StĂ€llen hin zu höheren Standards und grĂ¶ĂŸeren laufenden Ausgaben sitzen bleiben. Die Ampel-Koalition hat als Anschub vorerst eine Milliarde Euro reserviert, die aber nur bis 2026 reichen und nur fĂŒr die Schweinehaltung vorgesehen sind.

Umweltministerin Steffi Lemke (GrĂŒne) sagte, wenn man die Probleme nicht ĂŒber eine VerĂ€nderung im Mehrwertsteuersystem angehen wolle, sei ein "Tierwohlcent" die sinnvollste Möglichkeit, die notwendigen Investitionen jetzt zur VerfĂŒgung zu stellen.

@ dpa.de