Ăzdemir plant strengere Vorgaben zum Tierschutz
02.02.2024 - 17:16:59Ziel sei es, den Tierschutz bei der Haltung und Nutzung umfassend zu stĂ€rken und Defizite zu beheben, heiĂt es in einem Referentenentwurf fĂŒr eine Reform des Tierschutzgesetzes, den das Ministerium jetzt an LĂ€nder und VerbĂ€nde schickte. Vorgesehen sind unter anderem eine verpflichtende VideoĂŒberwachung in Schlachthöfen, strengere Regeln fĂŒr den Online-Tierhandel und ein grundsĂ€tzliches Verbot, Tiere angebunden zu halten.
Ăzdemir sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitag): "Seit 20 Jahren ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert, aber es zeigt sich, dass nach wie vor Defizite bestehen." Vorgesehen seien daher zahlreiche konkrete MaĂnahmen. So sollten GeschĂ€fte mit Tierleid verhindert werden, indem der Verkauf von Tieren, die Merkmale von Qualzucht aufweisen, auf Online-Plattformen verboten wird. Auch Eingriffe, die nicht der Gesundheit dienten, wie das KĂŒrzen von SchwĂ€nzen, sollten deutlich reduziert werden.
GrundsĂ€tzlich soll kĂŒnftig gelten: "Ein Tier darf nicht angebunden gehalten werden." FĂŒr die vor allem in SĂŒddeutschland teils ĂŒbliche Anbindehaltung von Rindern ist laut dem Entwurf noch eine Ăbergangszeit von fĂŒnf Jahren vorgesehen, um eine Umstellung zu ermöglichen. FĂŒr kleine Betriebe soll es zudem weiterhin möglich sein, bis zu 50 Rinder angebunden im Stall zu halten, wenn sie wĂ€hrend der Weidezeit im Freien sind und auĂerhalb dieser Zeit mindestens zweimal in der Woche Zugang zu einem FreigelĂ€nde haben. Tiere etwa kurz bei Transporten anzubinden, soll generell weiter zulĂ€ssig sein.
Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten erklĂ€rte, insgesamt seien zwar einige Verbesserungen geplant, es mĂŒsse aber noch nachgeschĂ€rft werden. In der aufgeheizten Stimmung sei damit zu rechnen, dass Landwirte gegen weiteren Tierschutz protestieren könnten. Ăzdemir dĂŒrfe aber nicht einknicken und den Entwurf weiter abschwĂ€chen. Der Deutsche Tierschutzbund Ă€uĂerte sich enttĂ€uscht. Die "minimalen Verbesserungen" seien kein Grund fĂŒr Jubel.
SPD, GrĂŒne und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, LĂŒcken in der Nutztierhaltungsverordnung zu schlieĂen und das Tierschutzgesetz zu verbessern.

