Heil gegen eingeschrÀnkte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
09.01.2025 - 05:27:58 | dpa.deBundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat den Vorschlag von Allianz-Chef Oliver BĂ€te zurĂŒckgewiesen, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall fĂŒr den ersten Tag einer Krankmeldung zu streichen.
"Wer krank gemeldete BeschĂ€ftigte unter den Generalverdacht des Blaumachens stellt, hat ein verzerrtes Bild von den arbeitenden Menschen in diesem Land", sagte Heil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Deutschen seien keine DrĂŒckeberger und Faulenzer. "Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzuschrĂ€nken, wird es mit mir und der SPD nicht geben."
Besonders Arbeitnehmer mit niedrigen Einkommen wĂŒrden unter einer WiedereinfĂŒhrung des Karenztages leiden, warnte Heil. "Es wĂŒrde die Menschen hart treffen, die tatsĂ€chlich krank sind und die einen geringen Lohn haben, vor allem Frauen", sagte Heil. "Deshalb ist das der falsche Weg."
Ein Arbeitgeber, der den Verdacht habe, dass jemand blau mache, könne auch ab dem ersten Tag das Vorlegen einer ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung verlangen, sagte Heil. "Wer beim Blaumachen erwischt wird, muss auĂerdem mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen."
Allianz-Chef BĂ€te hatte vorgeschlagen, den Karenztag wieder einzufĂŒhren. So wĂŒrden Arbeitnehmer die Kosten fĂŒr den ersten Krankheitstag selbst tragen.
BĂ€te hat damit eine Debatte ĂŒber den Krankenstand in Deutschland angestoĂen. Dieser liegt statistisch im internationalen Vergleich hoch. In der Bundesrepublik gilt - anders als in einigen anderen LĂ€ndern - seit Jahrzehnten die Lohnfortzahlung ab dem ersten Krankheitstag.
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