Dobrindt hĂ€lt an ZurĂŒckweisung von Asylsuchenden fest
02.06.2025 - 19:39:08"Wir halten an unserer Rechtsauffassung auch fest", sagte er in Berlin.
Dobrindt geht von Einzelfall-Entscheidung aus
Dobrindt betonte mehrfach, es handle sich um eine Entscheidung im Einzelfall. "Es gibt keinen Grund aufgrund einer Gerichtsentscheidung, die heute hier erfolgt ist in diesem Einzelfall, unsere Praxis zu verÀndern."
Das Berliner Verwaltungsgericht hatte in einer Eilentscheidung festgestellt, die ZurĂŒckweisung von Asylsuchenden bei Grenzkontrollen auf deutschem Gebiet sei rechtswidrig. Ohne DurchfĂŒhrung des sogenannten Dublin-Verfahrens dĂŒrfen sie nicht abgewiesen werden, entschied das Gericht.
Die Dublin-Verordnung legt fest, welcher EU-Staat fĂŒr ein Asylverfahren zustĂ€ndig ist. Im konkreten Fall ging es um drei Somalier, die nach der neuen Regelung am 9. Mai von Frankfurt (Oder) aus nach Polen zurĂŒckgeschickt wurden.
Minister strebt Hauptsache-Verfahren an
Der Bundesinnenminister sagte, er wolle nun das Hauptsache-Verfahren anstreben. Man glaube, dass man dort "deutlich Recht bekommen" werde. "Das Gericht hat in diesem Beschluss ausgefĂŒhrt, dass die BegrĂŒndung fĂŒr unsere MaĂnahmen dezidierter hĂ€tte sein sollen." Diese dezidiertere BegrĂŒndung wolle man nun nachliefern.
Dobrindt hatte am 7. Mai, wenige Stunden nach seinem Amtsantritt als Bundesinnenminister, eine Intensivierung der Grenzkontrollen verfĂŒgt. Gleichzeitig ordnete er an, kĂŒnftig sollten auch Asylsuchende an der Grenze zurĂŒckgewiesen werden können. Dies soll allerdings nicht fĂŒr Schwangere, Kinder und andere Angehörige vulnerabler Gruppen gelten.
Dobrindt betrachtet Asylsystem als dysfunktional
Zwischen dem 8. Mai und dem 1. Juni wurden nach Dobrindts Angaben 2.850 Menschen an den deutschen Grenzen zurĂŒckgewiesen. In 179 FĂ€llen sei ein Asylgesuch gestellt worden. In 138 dieser FĂ€lle habe es eine ZurĂŒckweisung gegeben, 41 FĂ€lle hingegen hĂ€tten zu den vulnerablen Gruppen gehört.
Seinen Angaben zufolge hatten die Somalier, die in Berlin das Gericht angerufen hatten, bereits am 2. und am 3. Mai versucht nach Deutschland einzureisen, ohne ein Asylgesuch vorzubringen. Dies hÀtten sie erst beim dritten Versuch am 9. Mai getan.
"Man sieht an genau so einem Beispiel auch, wie schwierig die Situation inzwischen ist, wie komplex sie ist und wie, ich wĂŒrde mal sagen, auch dysfunktional die Situation des ganzen Asylsystems inzwischen geworden ist", sagte Dobrindt.

