Merz, Regionalisierung

Merz gegen Regionalisierung der Erbschaftsteuer

01.09.2025 - 14:22:14

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht derzeit keine Realisierungschance fĂŒr die Forderung von CSU-Chef Markus Söder, jedes Bundesland selbst ĂŒber die ErbschaftsteuersĂ€tze bestimmen zu lassen.

"Ich sehe im Augenblick nicht, dass es darĂŒber einen Konsens zwischen den LĂ€ndern gĂ€be", sagte Merz bei seinem Antrittsbesuch bei der nordrhein-westfĂ€lischen Landesregierung in MĂŒnster.

Die Erbschaftsteuer sei eine LĂ€ndersteuer, die in einem Bundesgesetz geregelt sei. Eine Änderung mĂŒsste auch im Bundesrat beschlossen werden. "Und ganz ehrlich: Wir haben im Augenblick andere Sorgen, als uns mit steuerpolitischen Themen in dieser Art zu beschĂ€ftigen", sagte der Regierungschef.

Eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer hĂ€tte auch erhebliche Nachteile, "weil es dann die etwas wohlhabenden LĂ€nder begĂŒnstigt und die etwas weniger wohlhabenden LĂ€nder benachteiligt", erklĂ€rte Merz. "Ich wĂŒrde im Augenblick dafĂŒr plĂ€dieren, dass wir es bei dieser bundesgesetzlichen Regelung belassen."

Eine denkbare kleinere Variante wĂ€re, die FreibetrĂ€ge individueller zu gestalten, weil es auch sehr unterschiedliche Vermögenswerte in den einzelnen BundeslĂ€ndern gebe. Er könne den Wunsch nach solchen Änderungen verstehen, rĂ€umte der Kanzler ein. Allerdings sehe er "im Augenblick andere PrioritĂ€ten in der Steuerpolitik".

Söder hatte im August im ARD-Sommerinterview fĂŒr eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer geworben. Dann könnten die SPD-LĂ€nder diese erhöhen, und "wir Bayern werden die Erbschaftssteuer massiv senken", hatte er gesagt.

@ dpa.de