Scholz, Baerbock

Scholz kontert Baerbock: Keine Ukraine-Hilfe ohne Schulden

17.01.2025 - 13:36:22

Bundeskanzler Olaf Scholz hat bekrÀftigt, dass er zusÀtzliche Waffenlieferungen in die Ukraine im Wert von drei Milliarden Euro nur bei einer Aussetzung der Schuldenbremse zustimmen will.

"Die einzige Lösung, ohne es durch KĂŒrzung ĂŒberall in Deutschland zu finanzieren, ist eine zusĂ€tzliche Kreditaufnahme", sagte er nach einem Treffen mit dem schwedischen MinisterprĂ€sidenten Ulf Kristersson in Berlin. "Das ist ĂŒbrigens der Weg, den praktisch jedes Land um uns herum gegangen ist."

Krach mit Baerbock: Wer hÀngt das FÀhnchen in den Wind?

Den indirekten Vorwurf von Außenministerin Annalena Baerbock (GrĂŒne), dass er das Thema zu Wahlkampfzwecken missbrauche, wies Scholz zurĂŒck. "Wer da so sein FĂ€hnchen in den Wind hĂ€ngt, will ich mal undiskutiert lassen", sagte er.

Baerbock hatte "Politico" gesagt, es schmerze sie, dass im Wahlkampf manchen der Gewinn von Stimmen fĂŒr die Bundestagswahl im Zweifel wichtiger sei als Europas Verantwortung fĂŒr Frieden. "FĂŒr mich heißt verantwortungsvolle Politik, eben nicht das FĂ€hnchen in den Wind zu hĂ€ngen und das in WahlkĂ€mpfen vielleicht nochmal andersrum aufzuhĂ€ngen", sagte Baerbock ohne Scholz beim Namen zu nennen.

Die GrĂŒnen sind wie FDP und Union der Meinung, dass eine Finanzierung der Ukraine-Hilfe ĂŒber eine "außerplanmĂ€ĂŸige Ausgabe" möglich ist. DafĂŒr gibt Artikel 112 des Grundgesetzes aber eine Bedingung vor: "Sie darf nur im Falle eines unvorhergesehenen und unabweisbaren BedĂŒrfnisses erteilt werden." Ein Beispiel fĂŒr eine solche Ausgabe waren 2013 Soforthilfen fĂŒr Flutopfer nach schweren Überflutungen in Teilen Deutschlands.

Scholz rechnet mit Entscheidung erst bei der Wahl

Wegen der unterschiedlichen AnsÀtze geht Scholz davon aus, dass die Finanzierungsfrage erst bei der Wahl am 23. Februar entschieden wird. "Bei der Bundestagswahl steht diese Frage zur Abstimmung: Ob man das auf Kosten des Haushalts und auf Kosten von Zusammenhalt, Gerechtigkeit und Zukunftsinvestitionen in Deutschland machen will oder extra."

RĂŒckendeckung bekam Scholz von SPD-Chefin Saskia Esken. Wenn Baerbock das Aussetzen der Schuldenbremse ablehne, "dann soll sie erklĂ€ren, an welcher Stelle sie die drei Milliarden Euro in einem Haushalt einsparen will, in dem ohnehin schon rund 20 Milliarden fehlen", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind jedenfalls nicht bereit, die innere, Ă€ußere oder auch die soziale Sicherheit in unserem Land zu beschrĂ€nken und damit den Zusammenhalt aufs Spiel zu setzen."

@ dpa.de