Scholz, HĂ€ngepartie

Scholz warnt vor HĂ€ngepartie bei EU-Posten

26.06.2024 - 14:18:15

Bundeskanzler Olaf Scholz hat nach der Einigung zwischen Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen auf die Besetzung der wichtigsten EU-Posten eine schnelle Umsetzung angemahnt.

"Wir dĂŒrfen uns keine HĂ€ngepartie in diesen schwierigen Zeiten leisten", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in einer RegierungserklĂ€rung im Bundestag. "Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger erwarten keinen Streit um Posten, sondern schnelle Arbeit."

Die drei Parteienfamilien hatten sich darauf verstĂ€ndigt, dass Ursula von der Leyen von der CDU KommissionsprĂ€sidentin bleiben und die liberale estnische Regierungschefin Kaja Kallas den Posten der EU-Außenbeauftragten bekommen soll. Zum PrĂ€sidenten des Gremiums der Staats- und Regierungschefs soll fĂŒr zunĂ€chst zweieinhalb Jahre der frĂŒhere portugiesische Regierungschef AntĂłnio Costa gewĂ€hlt werden. In dieser Position wĂ€re der Sozialdemokrat dann dafĂŒr zustĂ€ndig, die EU-Gipfel vorzubereiten und die Arbeitssitzungen zu leiten.

"Das sind aus meiner Sicht gute Besetzungen und klare Entscheidungen fĂŒr eine gute europĂ€ische Zukunft", sagte Scholz zu der Grundsatzeinigung, die bei dem an diesem Donnerstag beginnenden EU-Gipfel noch besiegelt werden muss.

Nach der als sicher geltenden Nominierung von der Leyens durch die Staats- und Regierungschefs muss sie noch von einer Mehrheit im EuropĂ€ischen Parlament gewĂ€hlt werden. Die Abstimmung wird frĂŒhestens in der dritten Juli-Woche angesetzt. Sie gilt als höchste HĂŒrde auf dem Weg zu einer zweiten Amtszeit. Grund ist, dass in geheimer Abstimmung gewĂ€hlt wird und von der Leyen im Parlament vergleichsweise viele Kritiker hat. So bekam sie bei ihrer Wahl 2019 nur neun Stimmen mehr als notwendig. Die anderen Kommissionsmitglieder werden erst spĂ€ter gewĂ€hlt.

@ dpa.de