Mehr kasachisches Ăl fĂŒr PCK-Raffinerie
16.09.2024 - 16:05:29Die PCK-Raffinerie in Schwedt soll lÀnger und auch mehr Rohöl aus Kasachstan bekommen. «In Kasachstan wird jetzt durch Rosneft Deutschland ein Folgevertrag unterzeichnet», bestÀtigte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage. Ziel sei, «die Versorgungssicherheit zu gewÀhrleisten und den GeschÀftsbetrieb von Rosneft Deutschland und der PCK Schwedt sowie der Raffinerien Miro und Bayernoil verlÀsslich und auf Dauer zu sichern».
Kasachstan hatte nach Angaben aus Regierungskreisen im vergangenen Jahr rund eine Million Tonnen Rohöl an PCK geliefert. FĂŒr das laufende Jahr seien 1,4 Millionen Tonnen vereinbart, hieĂ es. Nach Angaben eines Regierungssprechers sehen die nun wĂ€hrend eines Besuchs von Bundeskanzler Olaf Scholz in Kasachstan unterzeichneten VertrĂ€ge eine Belieferung ĂŒber 2024 hinaus vor. Vertragspartner ist nicht die Bundesregierung, sondern es sind die Mehrheitseigner, zwei deutsche Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft.
Rosneft-Sprecher Burkhard Woelki sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Vertrag mit Kasachstan sei verlĂ€ngert worden ĂŒber eine Ăllieferung von 100.000 Tonnen im Monat bis Ende 2025. Woelki fĂŒgte aber hinzu, es sei möglich, mehr Mengen zu bekommen, das werde flexibel gestaltet.Â
Der Linken-Bundestagsabgeordnete Christian Görke zeigte sich enttÀuscht. Kasachstan habe noch mehr Rohöl angeboten. «Warum die Bundesregierung das kasachische Angebot nicht angenommen hat, bleibt ihr Geheimnis», meinte der Linken-Politiker.
Verhandlungen ĂŒber Rosneft-Töchter
Die beiden Rosneft-Töchter halten die Mehrheit von 54 Prozent der Anteile an PCK. Diese stehen seit September 2022 unter Treuhandverwaltung des Bundes. Wie Scholz am Wochenende bestĂ€tigte, laufen ĂŒber die Rosneft-Töchter Verkaufsverhandlungen, die bis zu Jahresende abgeschlossen sein sollen. Ein GesprĂ€chspartner ist nach Angaben von Insidern Katar.
Der geplante EigentĂŒmerwechsel könnte nach Darstellung des Wirtschaftsministeriums Einfluss darauf haben, ob die EU-Kommission eine geplante Beihilfe des Bundes fĂŒr den Ausbau einer Pipeline vom Hafen Rostock nach Schwedt genehmigt.Â
Der zustĂ€ndige StaatssekretĂ€r Michael Kellner (GrĂŒne) sagte: «Die Kommission hat eine vorlĂ€ufige beihilferechtliche Bewertung vorgenommen. Demnach ist die Förderung der ErtĂŒchtigung (der Pipeline) durch die Bundesregierung in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro im Grundsatz als Beihilfe zu rechtfertigen, unter anderem, wenn die russische Rosneft nicht mehr mittelbare EigentĂŒmerin ist.»
PCK beliefert weite Teile Nordostdeutschlands mit Heizöl, Benzin, Diesel und anderen wichtigen Produkten. Seit der Abkehr Deutschlands von russischem Ăl 2023 hat die Anlage auf andere Bezugsquellen umgestellt. Sowohl der Liefervertrag mit Kasachstan als auch die Rostock-Pipeline sollen dazu beitragen, dass die Raffinerie ausgelastet und wirtschaftlich ist.
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