Scholz bei Macron: 'Europa wird sich nicht ducken'
Veröffentlicht am: 22.01.2025 um 15:36 Uhr | dpa.de"Wir sind stark, wir stehen zusammen", sagte Scholz zwei Tage nach der Vereidigung Trumps bei einem Kurzbesuch in Paris. "Europa wird sich nicht ducken und verstecken, sondern ein konstruktiver und selbstbewusster Partner sein." Auf dieser Basis wolle man mit Trump zusammenarbeiten.
Er sei sich mit Macron einig: "Europa muss stark und widerstandsfĂ€hig sein, in einer Welt, die - um es ganz vorsichtig auszudrĂŒcken - in Bewegung ist." PrĂ€sident Trump werde "eine Herausforderung" werden, bei der man auf das stabile Fundament der transatlantischen Partnerschaft aufbauen wolle.
Macron: Europa muss seine Rolle "komplett ausspielen"
Macron sagte, es liege nun mehr denn je "an uns EuropĂ€ern und somit an unseren beiden LĂ€ndern, ihre Rolle komplett auszuspielen, um ein geeintes, starkes und souverĂ€nes Europa zu sichern." Es gehe um ein Europa, dass sich der transatlantischen Verbindung verbunden fĂŒhle, aber auch seine eigenen Interessen verteidigen könne.
DafĂŒr mĂŒssten auch die Verteidigungsausgaben steigen, mahnte Macron. Europa mĂŒsse bei der Verteidigung vor allem eigene industrielle Grundlagen schaffen. "Die PrioritĂ€t der EuropĂ€er muss heute mehr denn je unser Europa und allen voran unsere WettbewerbsfĂ€higkeit, unser Wohlstand, unsere Sicherheit sein."
Trump hat erste Pflöcke eingerammt
Der Anlass fĂŒr den Besuch war das 62. JubilĂ€um des ĂlysĂ©e-Vertrags ĂŒber die deutsch-französische Freundschaft. Im Mittelpunkt stand aber der Amtsantritt Trumps, der schon in seiner Antrittsrede erste Pflöcke eingerammt hat, die auch Europa betreffen. Unter anderem bekrĂ€ftigte er, dass er Importzölle plane, um die einheimische Wirtschaft zu stĂ€rken. Ob und wann er sie auch gegen Europa richten werde, lieĂ er aber offen. AuĂerdem kĂŒndigte Trump das Pariser Klimaschutzabkommen und die Mitgliedschaft in der Weltgesundheitsorganisation auf.
Macron: Agenda fĂŒr Europa verstĂ€rken
Macron sprach sich dafĂŒr aus, die Zusammenarbeit mit Deutschland weiter zu verstĂ€rken und die Entwicklung Europas gemeinsam voranzutreiben. "Deutschland und Frankreich wollen in der Tat diese Agenda, die wir fĂŒr Europa festgelegt haben, beschleunigen", sagte er.
Deutschland und Frankreich schritten Hand in Hand voran und seien von der Zusammenarbeit ĂŒberzeugt. "Angesichts der Herausforderungen und der manchmal aufkommenden Sorgen ist das Paar, das wir bilden, solide." Es habe sich in den vergangenen 62 Jahren gezeigt, "dass wir gemeinsam die FĂ€higkeit haben und auch unsere Partner ĂŒberzeugen können, indem wir neue Projekte fĂŒr dieses Europa vorantreiben". Nötig seien in den aktuellen Zeiten mehr Ehrgeiz, KĂŒhnheit und mehr UnabhĂ€ngigkeit.
Scholz gegen Strafzahlungen fĂŒr europĂ€ische Autokonzerne
Scholz sprach sich erneut gegen Strafzahlungen fĂŒr europĂ€ische Autokonzerne aus, die intensiv in die E-MobilitĂ€t investiert haben, aber noch nicht ausreichend Fahrzeuge dieser Art verkaufen. Zudem warb er fĂŒr einen europĂ€ischen Gipfel, um die Stahlindustrie zu schĂŒtzen, und den BĂŒrokratieabbau in Europa weiter voranzutreiben.
