Bundesnetzagentur, LadesÀulen-Betreiber

Bundesnetzagentur kritisiert LadesÀulen-Betreiber

11.09.2024 - 01:00:00

Bundesnetzagentur-PrĂ€sident Klaus MĂŒller sieht eine Mitverantwortung der LadesĂ€ulen-Betreiber fĂŒr die E-Auto-Flaute.

"Es kann nicht sein, dass man eine stĂ€rkere Brille braucht, um an den LadesĂ€ulen den Kilowattstundenpreis erkennen zu können, oder zehn Minuten braucht, um das Kartenmodell zu verstehen", sagte MĂŒller der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (Mittwochausgaben). "Wenn das Stromtanken nicht genauso handhabbar wie das Tanken von Benzin und Diesel wird, dann wird es die E-MobilitĂ€t schwer haben." Hausbesitzer mit Wallbox könnten ihr E-Auto derzeit signifikant preiswerter aufladen als jemand, der auf öffentliche LadesĂ€ulen angewiesen sei, sagte der BehördenprĂ€sident der Zeitung. Immerhin wachse die Lade-Infrastruktur stetig, "und das Bundeskartellamt wird sehr genau hinschauen, ob es zu Wettbewerbsverzerrungen kommt".

Über den Einbruch der Verkaufszahlen von E-Autos zeigte sich MĂŒller besorgt. "Weltweit und in Europa werden immer mehr E-Autos gekauft. In Deutschland ist die Entwicklung gegenteilig. Das kann einem zu denken geben." Denn die ZukunftsmĂ€rkte in China und anderswo seien elektrisch. "Wenn die deutsche Industrie den weltweiten Trend nicht bedienen kann, werden wir bald viel weniger Autos dahin exportieren. Das wĂ€re keine gute Nachricht fĂŒr den Standort", sagte er. Als Problem machte MĂŒller auch den Mangel an erschwinglichen Stromern aus. Die deutsche Autoindustrie setze traditionell eher auf Premiumprodukte. "Wir sehen, dass sie kĂ€mpfen muss, um die Marktanteile, die sie mit dem Verbrenner auch in anderen Segmenten hat, halten zu können, weil derzeit das Angebot preiswerter E-Autos Made in Germany ĂŒberschaubar ist."

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