Bas, Kanzler

Bas: Kanzler Merz will Erfolg der Koalition

02.09.2025 - 05:24:02 | dpa.de

Bundessozialministerin BĂ€rbel Bas vertraut trotz der Differenzen in der Sozialpolitik in den Willen von Kanzler Friedrich Merz (CDU), die schwarz-rote Koalition zum Erfolg zu fĂŒhren.

"Ich nehme dem Kanzler ab, dass er den Erfolg mit dieser Koalition will", sagte die SPD-Co-Vorsitzende dem Magazin "Stern". "Worauf andere in der Union spekulieren, weiß ich nicht", ergĂ€nzte sie.

In den vergangenen Tagen waren zwischen Bas und Merz unterschiedliche Ansichten zu Reformen des Sozialstaates zutage getreten. Der Kanzler hatte mehrfach erklÀrt, der Sozialstaat in jetziger Form sei nicht mehr finanzierbar. Bas hatte darauf mit scharfer Wortwahl reagiert und nannte die Debatte, dass man sich den Sozialstaat nicht mehr leisten könne, am Wochenende bei einer Landeskonferenz der NRW-Jusos "Bullshit".

Merz wie Bas kommen aus Nordrhein-Westfalen, wo am 14. September Kommunalwahlen stattfinden. Es sind die ersten Wahlen nach der Bundestagswahl vom Februar und könnten so auch einen Stimmungstest fĂŒr die Bundesregierung darstellen.

"Da musste ich jetzt auch mal gegenhalten"

Bas bekrĂ€ftigte ihre Kritik an Forderungen nach KĂŒrzungen am Sozialstaat. "Ich muss das zurĂŒckweisen, denn wir sind ein reiches Land", sagte sie dem "Stern". "Und zu sagen, wir mĂŒssen die soziale Sicherung streichen, ist falsch. Wir mĂŒssen gemeinsam fĂŒr mehr Wachstum arbeiten, das ist der richtige Weg." Sie beklagte: "Jetzt kommt so ein Zungenschlag rein, dass die Wirtschaft nicht lĂ€uft, weil die Sozialsysteme zu teuer sind. Das sehe ich nicht so", unterstrich die Ministerin. "Da musste ich jetzt auch mal gegenhalten."

Bas trat auch dem Eindruck entgegen, sie verharre vorwiegend im Abwehrmodus gegen die ReformwĂŒnsche der Union. "Ich will gar nicht im stĂ€ndigen Abwehrmodus sein", sagte sie. "Ich finde, wir haben jetzt eine große Chance, unsere Systeme auch fĂŒr die nĂ€chsten Generationen sattelfest zu machen. DafĂŒr mĂŒssen wir kreativ sein, Neues denken, zum Beispiel in der Frage, welche Berufsgruppen man an den Kosten beteiligen könnte."

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