Produktion/Absatz, Konjunktur

Wissing verteidigt höhere Ticketsteuer auf PassagierflĂŒge

21.12.2023 - 11:06:09

Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat die PlĂ€ne der Bundesregierung fĂŒr eine höhere Ticketsteuer auf PassagierflĂŒge gegen Kritik verteidigt.

"Wir mĂŒssen alles vermeiden, was unsere Luftverkehrswirtschaft einseitig trifft und ihre internationale WettbewerbsfĂ€higkeit einschrĂ€nkt", sagte der FDP-Politiker dem "Handelsblatt".

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Ampel-Regierung wegen der Haushaltskrise die Ticketsteuer auf PassagierflĂŒge anheben will. Dies betrifft sĂ€mtliche PassagierflĂŒge, die von deutschen FlughĂ€fen abheben. PlĂ€ne fĂŒr eine Kerosin-Steuer im inlĂ€ndischen Flugverkehr sind damit wieder vom Tisch.

"Die Kerosinbesteuerung hĂ€tte demgegenĂŒber Tanktourismus begĂŒnstigt und hĂ€tte es uns außerdem erschwert, den Luftverkehr zu dekarbonisieren, weil sie leicht umgangen werden kann", sagte Wissing. Fluggesellschaften könnten einfach an ihren auslĂ€ndischen Drehkreuzen unbesteuertes Kerosin tanken. "Deswegen habe ich mich von Beginn an fĂŒr eine europĂ€ische Luftverkehrsabgabe eingesetzt."

Die 2011 von der schwarz-gelben Regierung eingefĂŒhrte Ticketsteuer brachte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Milliarden Euro Einnahmen fĂŒr den Staat ein. Je nach Endziel der Flugreise werden zwischen 12,73 Euro und 58,06 Euro pro Ticket fĂ€llig, was die Anbieter in der Regel an die Passagiere weitergeben.

Die Bundesregierung will aus der Steuer nun zusÀtzliche Einnahmen in einer Höhe erzielen, die den Verzicht auf die nationale Kerosinsteuer ausgleicht. Ein Regierungssprecher hatte am Dienstag von bis zu 580 Millionen Euro jÀhrlich gesprochen. Das wÀre eine Steigerung der bisherigen Einnahmen um rund 50 Prozent.

Auch das Auslaufen der Förderung fĂŒr Elektroautos verteidigte Wissing im Interview. "FĂŒr uns war immer klar, dass der Umweltbonus nicht auf Dauer bezahlt werden kann", erklĂ€rte der Minister. "Solche PrĂ€mien werden irgendwann in den Preis integriert und sind keine Dauerlösung." Die Politik mĂŒsse eher Anreize setzen, damit die Autoindustrie gĂŒnstigere Fahrzeuge produziert.

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