Burgholztunnel, Einsatzkräfte

Burgholztunnel: 200 Einsatzkräfte erproben neue Taktik bei Vollübung

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 04:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 200 Einsatzkräfte testeten neue Abläufe und die Abstimmung mit Straßen NRW; der Tunnel blieb mehrere Stunden gesperrt.
Einsatzkräfte bei einer großangelegten Übung in einem beleuchteten Straßentunnel. Illustration mit AI erstellt.

Mit rund 200 Einsatzkräften hat die Feuerwehr Wuppertal am Abend des 14. Oktober 2026 eine unangekündigte Vollübung im Burgholztunnel absolviert. Die Großübung in der mit rund 1.800 Metern längsten Straßentunnelanlage in Nordrhein-Westfalen ist rechtlich alle vier Jahre vorgeschrieben.

Ziel des mehrstündigen Einsatzes war es, eine veränderte taktische Vorgehensweise bei Schadensereignissen in unterirdischen Verkehrsanlagen unter realistischen Bedingungen zu erproben sowie die Schnittstellen zur Tunnelleitzentrale des Landesbetriebs Straßen NRW zu überprüfen.

Realistisches Unfallszenario und Einsatz neuer Taktiken

Als Ausgangslage diente ein simulierter Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Personenkraftwagen, von denen ein Fahrzeug in Brand geraten war. Das Szenario umfasste zwei verletzte Personen sowie eine weitere flüchtige Person im Tunnelbereich.

Die Übungskonzeption zielte darauf ab, die Rettungs- und Löschmaßnahmen unter schwerem Atemschutz sowie die Zusammenarbeit zwischen den anrückenden Einheiten, den rückwärtigen Wachbesetzungen und der übergeordneten Tunnelleitzentrale praktisch zu durchlaufen.

Nach Angaben der Wuppertaler Feuerwehr verlief der Ablauf weitgehend nach Plan. Die neu eingeführten taktischen Maßnahmen hätten sich im Einsatzverlauf bewährt. Ein während des Übungsstarts aufgetretenes Problem bei der Alarmierung konnte noch während des laufenden Einsatzes behoben werden.

Verkehrliche Auswirkungen und behördliche Koordination

Für die Durchführung der Vollübung war eine Vollsperrung des Tunnels in beiden Fahrtrichtungen erforderlich. Die Sperrung dauerte von 18 Uhr bis etwa 22:30 Uhr an, wobei der eigentliche Übungsbetrieb um 19 Uhr begann.

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Infolgedessen kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen im regionalen Straßennetz. Betroffen waren unter anderem die Landesstraße 74 mit Rückstaus bis in die Kohlfurth sowie die Sperrungen der Zubringer von der Bundesautobahn 46 in Richtung des Burgholz- und des Kiesbergtunnels.

Die reibungslose Kommunikation zwischen den Einsatzleitungen vor Ort und der Leitstelle von Straßen NRW bildete einen Schwerpunkt der Überprüfung, da die Steuerung von Lüftungsanlagen, Schranken und Durchsagesystemen im Ernstfall unmittelbar über die Infrastrukturbetreiber erfolgt.

Verhaltensregeln für Verkehrsteilnehmer bei Zwischenfällen im Tunnel

Aus Anlass der Übung wies die Feuerwehr Wuppertal auf die zentralen Sicherheits- und Verhaltensregeln für Fahrzeugführer hin, sollten diese in unterirdischen Verkehrsbauwerken mit einem Brand konfrontiert werden.

Bei einer Rauchentwicklung oder einem Brand sei das Fahrzeug unverzüglich abzustellen, der Motor auszuschalten und der Zündschlüssel stecken zu lassen, um den Rettungskräften ein späteres Rangieren zu ermöglichen. Ein Wenden im Tunnel sei strikt zu unterlassen.

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Insassen sollten das Fahrzeug umgehend verlassen und den kürzesten Weg zu den gekennzeichneten Notausgängen wählen. Sofern dies ohne Eigengefährdung möglich sei, solle die Notruftaste in den Notrufstationen betätigt werden.

Grundsätzlich gelte der Grundsatz, sich stets von der Rauchquelle wegzubewegen und keinesfalls in Rauchgase hineinzulaufen. Führt der Fluchtweg durch eine Querverbindung in die parallele Röhre, dürfe dort nicht unachtsam auf die Fahrbahn getreten werden. Zudem habe der Eigenschutz jederzeit Vorrang vor Hilfsmaßnahmen an Dritten.

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