SPD-Bundestagsfraktion wirft Wirtschaftsminister Altmaier bei der Energiewende UntÀtigkeit vor

28.01.2020 - 10:59:49 | ad-hoc-news.de

Carsten Schneider, GeschĂ€ftsfĂŒhrer der SPD-Bundestagsfraktion, sieht Altmaier „eher als ProblembĂ€r“ der Energiewende, statt seine Rolle als Entscheider aktiv auszufĂŒllen.

Peter Altmaier - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Der Bundeswirtschaftsminister sollte eine Strategie zur Erreichung der Ziele der Energiewende voranbringen, stattdessen beschĂ€ftigt er sich ausfĂŒhrlich mit Kassenbons, kritisiert die SPD-Fraktion im Bundestag das Verhalten Altmaiers. Carsten Schneider monierte gegenĂŒber der RTL/n-tv-Redaktion die PassivitĂ€t des Wirtschaftsministers. Wir sind an einem entscheidenden Punkt angelangt, der ein sofortiges Handeln erfordert. Werden die Weichen jetzt nicht gestellt, dann werden wir die Ziele der Energiewende verfehlen, so Schneider. Wir werden als Fraktion die AktivitĂ€ten des Wirtschaftsministeriums im nĂ€chsten halben Jahr genau beobachten und begleiten. Die SPD-Fraktion sieht das Bundeswirtschaftsministerium beim Umbau des Energiesystems schlecht vorbereitet und aufgestellt. Wir brauchen klare Vorgaben, um z.B. das Problem der Grundlast zu lösen. Wenn wir den Ausstieg aus der Atomkraft und das Herunterfahren der Kohlenutzung verkraften wollen, mĂŒssen wir die erneuerbaren Energien ohne wenn und aber ausbauen. Doch die Union verhalte sich bei dieser Aufgabe unentschlossen und diffus. Die Signale des Koalitionspartners deute die SPD-Fraktion als Strategie des Handlungsverweigerung. Die CDU/CSU wolle keinen Ausbau der Solarenergie und keinen Ausbau der Windenergie, aber was sie stattdessen eigentlich beabsichtige, bleibt vage. Das ist keine Politik, keine Gestaltung, sondern eine Strategie des Abwartens, kritisierte der FraktionsgeschĂ€ftsfĂŒhrer. Schneider schlĂ€gt dagegen vor, als ersten Schritt die Deckelung des Zubaus von Solaranlagen abzuschaffen und den weiteren Ausbau von Offshore- und Onshore-Windanlagen anzugehen. Wir mĂŒssen massiv auf die Solarenergie und Windkraft setzen, so die SPD-Fraktion. Ein weiterer Punkt ist die Anpassung der Stromnetze an die verĂ€nderten Strukturen der Stromerzeugung. Auch hier ist sofortiges Handeln angesagt, forderte Schneider gegenĂŒber der RTL/n-tv-Redaktion. Von der Sitzung des Koalitionsausschusses am Mittwoch erhofft sich Schneider starkes Signal zur StĂŒtzung der Binnenkonjunktur. Das Wirtschaftswachstum in der Bundesrepublik ist derzeit zu gering und bedarf einer stĂ€rkeren staatlichen Stimulierung. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bundestagsfraktion setzt dabei auf einen Ausbau der Investitionen und eine gezielte Entlastung der Verbraucher. Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit die Unternehmer weiter zu fördern, in dem wir noch einmal an der Unternehmenssteuerschraube drehen. Was die Konjunktur im letzten Jahr gestĂŒtzt hat, sind die Konsumausgaben der Privathaushalte. Deswegen mĂŒssen wir die Kaufkraft weiter stĂ€rken. Das angemessen Mittel sieht der SPD-Politiker in einer Förderung mittlerer und unterer Einkommen. Wir mĂŒssen diese Menschen entlasten, in dem wir ihre steuerliche Belastung vermindern. Die Familien mit kleinen und mittleren Einkommen mĂŒssten von einer Steuerentlastung profitieren und nicht schon wieder die Leute mit einem Jahreseinkommen jenseits der 200.000 Euro. Die Unternehmen fahren jedes Jahr Rekordgewinne ein und nutzen dies zu einer finanziellen Konsolidierung und DividendenausschĂŒttung an ihre AktionĂ€re, statt die Gewinne in zukĂŒnftige Technologien zu investieren und damit der Volkswirtschaft zu nutzen. Es gibt keinen Grund, diese Entwicklung zu unterstĂŒtzen.

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