CBAM-Abgabe, Prüfer

CBAM-Abgabe: Neue Prüfer ab September, Zertifikate bis 2035 auf 200 €

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 17:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU-Klimaabgabe CBAM zeigt laut ersten Daten noch keine großen Handelsverschiebungen. Singapur meldet minimale Exportbetroffenheit.

EU-CO2-Grenzausgleich: Bisher kaum Auswirkungen auf den Welthandel
Ein moderner Seehafen mit Containerschiffen bei Dämmerung, der den internationalen Warenverkehr symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die seit Beginn des Jahres 2026 vollständig geltende CO2-Grenzausgleichsabgabe (CBAM) der Europäischen Union hat nach ersten Marktbeobachtungen bislang kaum nennenswerte Auswirkungen auf den internationalen Warenhandel gezeigt. Trotz der Einführung der zahlungspflichtigen Endphase im Januar blieb eine großflächige Verschiebung von Handelsströmen oder eine signifikante finanzielle Belastung für viele Drittstaaten bislang aus.

Geringe Exportanteile am Beispiel Singapur

Daten aus dem südostasiatischen Raum unterstreichen diese Entwicklung. Das singapurische Ministerium für Handel und Industrie (MTI) bestätigte, dass Waren, die unter die CBAM-Regelungen fallen, im Jahr 2025 weniger als 1 % der gesamten Warenexporte Singapurs in die Europäische Union und nach Großbritannien ausmachten. Damit bleibt die unmittelbare Betroffenheit für den Stadtstaat auf einem sehr niedrigen Niveau.

Um die langfristigen Folgen und die Kompatibilität der verschiedenen Systeme besser bewerten zu können, hatte das MTI bereits im Juli 2025 eine Beratungsstudie in Auftrag gegeben. Diese untersuchte die Differenzen zwischen der singapurischen CO2-Steuer und den Grenzausgleichssystemen der EU sowie des Vereinigten Königreichs. Ein wesentlicher Faktor bei dieser Bewertung ist die Preisgestaltung: Während der CO2-Preis in Singapur für den Zeitraum von 2026 bis 2027 auf 45 $/t CO2 festgesetzt ist, bewegt sich der EU-CO2-Preis aktuell in einem Korridor zwischen 70 €/t und 85 €/t.

Kostenstruktur und Preisprognosen für Zertifikate

Innerhalb der EU werden CBAM-Zertifikate derzeit zu Preisen zwischen 60 €/t und 70 €/t CO2 gehandelt. Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass diese Kosten in den kommenden Jahren massiv ansteigen werden. Prognosen deuten darauf hin, dass der Preis pro Tonne CO2 bis zum Jahr 2035 die Marke von 200 € überschreiten könnte.

Obwohl die Zahlungspflichten offiziell seit dem 1. Januar 2026 bestehen, wird mit den ersten tatsächlichen rückwirkenden Zahlungen erst ab dem Jahr 2027 gerechnet. Eine wesentliche Erleichterung für viele Marktteilnehmer stellt zudem eine Ausnahmeregelung dar: Sendungen mit einem Gewicht von unter 50 Tonnen sind von den CBAM-Verpflichtungen befreit. Diese Regelung deckt Schätzungen zufolge rund 90 % der betroffenen Unternehmen ab, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass 99 % der relevanten Emissionen weiterhin vom System erfasst bleiben.

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Politische Anpassungen und nächste Schritte

In der europäischen Klimapolitik zeichnen sich zudem weitere Anpassungen ab. Ein aktueller Vorschlag vom 17. Juli 2026 sieht vor, die Zuteilung kostenloser Zertifikate im Rahmen des Emissionshandelssystems (ETS) für jene Sektoren, die dem CBAM unterliegen, bis zum Jahr 2038 zu verlängern. Dies könnte die finanzielle Last für europäische Produzenten und Importeure in der Übergangsphase weiter abfedern.

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Für die operative Umsetzung des Grenzausgleichs rückt der Herbst in den Fokus. Die ersten zertifizierten CBAM-Prüfer werden ab September 2026 erwartet. Diese Fachleute sind für die verifizierung der Emissionsdaten verantwortlich, die von den Importeuren eingereicht werden müssen, um die Konformität mit den EU-Vorgaben sicherzustellen. Damit tritt das System nach der administrativen Einführung nun schrittweise in die Phase der praktischen Kontrolle und finanziellen Abwicklung ein.

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