CBAM-Reform, KMU

CBAM-Reform: KMU erhalten bis 42 Millionen Won für CO2-Prüfung

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 08:50 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Südkoreanische Förderagentur KOSME weitet Schulungen und Finanzhilfen für den EU-CBAM deutlich aus. Tschechien bereitet nationale Umsetzung vor.

Südkorea unterstützt KMU bei Vorbereitung auf EU-CO2-Grenzausgleich
Eine Hand tippt auf einem Tablet, das CO2-Emissionsdaten anzeigt, im Hintergrund ein modernes Büro. Fokus auf CBAM-Compliance. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kleine und mittlere Unternehmen in Südkorea bekommen umfassende Hilfe bei der Vorbereitung auf den neuen EU-CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM). Die Förderagentur KOSME weitet ihre Schulungs- und Finanzierungsprogramme deutlich aus.

Mehr Praxis, mehr Stunden: CBAM-Akademie startet durch

Mitte Juli kündigte KOSME eine erweiterte „CBAM-Akademie“ an. Von Ende Juli bis August touren Experten durchs Land. Die Kurse wurden von drei auf vier Stunden pro Termin verlängert, die Zahl der Sitzungen stieg von vier auf sechs.

Der Fokus liegt auf der praktischen Umsetzung im Betriebsalltag. Konkret geht es um die korrekte Erfassung von CO2-Emissionen in den Sektoren Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel und Elektrizität – genau jene Branchen, die die EU-Regulierung direkt betrifft.

Bis zu 42 Millionen Won für Emissionsprüfung

Parallel sucht KOSME bis Anfang August Teilnehmer für die zweite Runde eines Infrastruktur-Programms. Ein neuer Fördertyp konzentriert sich auf die Verifizierung selbst erstellter Kohlenstoffberichte. Ausgewählte Firmen erhalten bis zu 42 Millionen Won (rund 28.000 Euro) für die notwendigen Prüfprozesse.

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Hintergrund ist die wachsende Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit exportierender Betriebe. Besonders Stahl- und Aluminiumhersteller stehen vor massiven Kostenumstrukturierungen. Experten raten zu Investitionen in erneuerbare Energien und robuste CO2-Bilanzierungssysteme.

Tschechien bereitet nationale Umsetzung vor

Während Südkorea seine Exportwirtschaft stützt, rüsten sich auch die EU-Mitgliedstaaten für die Verwaltung. In Tschechien liegt seit Mitte Juli ein Gesetzentwurf vor: Das Umweltministerium übernimmt Erklärungen und Zertifikatsverkauf, der Zoll verhängt Bußgelder bei Verstößen. Schätzungsweise 700 tschechische Unternehmen sind betroffen.

Branchenvertreter kritisieren derweil, dass die EU-Unterstützung primär große Produzenten erreiche. Nachgeschaltete KMU blieben mit steigenden Kosten und Bürokratie allein. Ein Stahlunternehmens-CEO beklagte fehlende Prüfverfahren für den Mittelstand und drastische Einfuhrquotenkürzungen von teils über 45 Prozent.

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Pilotprojekt für Lieferketten-Datenaustausch

Um die komplexen Anforderungen an den Product Carbon Footprint (PCF) entlang der Lieferkette zu bewältigen, startete in Asien ein Pilotprojekt. Basierend auf Catena-X-Standards arbeiten Unternehmen wie KG Mobility und LG Electronics an einer automatisierten Emissionsdaten-Übermittlung.

Das südkoreanische Ministerium für KMU und Startups (MSS) bietet zusätzliche Hilfen: Online-Exporteure können Zuschüsse von bis zu 70 Prozent für Logistikkosten beantragen, gedeckelt auf 30 Millionen Won pro Firma. Die Frist läuft bis zum 7. August.

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