CBAM-Regeln, Aluminiumexporte

CBAM-Regeln: Aluminiumexporte brechen um 47 Prozent ein

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 00:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der EU-CO2-Grenzausgleich verändert Handelsströme massiv: Brasilianische Stahllieferungen steigen rasant, während Aluminiumexporte einbrechen. SAP bietet neue Software für das Zertifikatsmanagement.

CBAM-Regeln: Brasiliens Stahl-Exporte boomen, Alu-Lieferungen sinken
Digitalisierte Datenströme und Containerschiffe in einem modernen Hafen symbolisieren die Auswirkungen des CO2-Grenzausgleichssystems auf den globalen Handel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die seit Januar geltenden CBAM-Regeln verändern die globalen Handelsströme massiv. Während brasilianische Aluminiumexporte in die EU einbrechen, legen Stahllieferungen enorm zu.

Handelsströme verschieben sich rasant

Brasilianische Exporteure von Stahl und Aluminium erleben seit Jahresbeginn eine Achterbahnfahrt. Die Ausfuhren von Aluminium-Ingots in die EU sanken zwischen Januar und Juni um 47,3 Prozent. Ganz anders sieht es bei Stahl aus: Brasilianische Stahlslab-Exporte in die EU schossen um 283,7 Prozent in die Höhe – auf rund 1,02 Millionen Tonnen.

Branchenanalysten beobachten, dass die Preisunterschiede zwischen Europa und Brasilien derzeit die CBAM-Kosten teilweise ausgleichen können. Am Spotmarkt kostet Aluminium (P1020A Premium Rotterdam) aktuell 500 bis 530 US-Dollar pro Tonne – ein deutlicher Anstieg gegenüber Jahresbeginn.

Doch es droht eine Zertifizierungslücke, die den CO2-Vorteil brasilianischer Produkte gefährden könnte.

SAP liefert IT-Lösung für Bürokratie-Wahnsinn

Die seit Januar geltende Pflicht zum Kauf von CBAM-Zertifikaten stellt viele Importeure vor große Herausforderungen. SAP hat nun eine integrierte Lösung vorgestellt, die auf dem Sustainability Footprint Management und einem neuen digitalen Hauptbuch für Nachhaltigkeitsdaten basiert.

Die Software erfasst eingebettete Emissionen, berechnet CO2-Kosten und integriert das Zertifikatsmanagement direkt in die Finanzbuchhaltung. Das Ziel: finanzielle Verbindlichkeiten aus dem Grenzmechanismus transparent abbilden. Das Modul ist ab sofort verfügbar.

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Industrielle warnen vor Niedergang

Die CBAM-Reform des EU-Emissionshandels (ETS) sorgt für Spannungen. BASF-CEO Markus Kamieth warnt: Die aktuelle Klimapolitik könnte den industriellen Niedergang beschleunigen. Die Chemiebranche habe in Europa seit 2022 bereits rund zehn Prozent ihrer Produktionskapazitäten verloren. Besonders kritisch sieht er die hohen Kosten für grünen Wasserstoff.

Bundesumweltminister Carsten Schneider warb bei einem Treffen in Dublin hingegen für stabile Rahmenbedingungen. Die EU-Kommission plant, die Zertifikatsmenge ab 2031 jährlich um 3,7 Prozent zu reduzieren, ab 2036 um 1,7 Prozent. Eine kostenlose Zuteilung soll über 2030 hinaus möglich bleiben – wenn Unternehmen die Mittel in Dekarbonisierung reinvestieren.

Erste Erfolge in der Industrie

ArcelorMittal Spanien und das Energieunternehmen Moeve haben eine Zusammenarbeit über Energieeffizienzzertifikate vereinbart. Ein neues Elektrolichtbogenofen-Stahlwerk in Asturien soll jährlich bis zu eine Million Tonnen CO2-Äquivalent einsparen.

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China-Exporte setzen Europa unter Druck

Doch es gibt weitere Baustellen: Im Juni stiegen die chinesischen Exporte nach Deutschland um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die deutschen Importe aus China legten dagegen nur leicht zu. In der deutschen Wirtschaft wächst die Sorge, dass China Exportkapazitäten zulasten der Binnennachfrage priorisiert.

Die USA heizen die Lage zusätzlich an: Sie kündigten neue Zölle gegen insgesamt 60 Handelspartner an. Details zu den betroffenen Warengruppen oder der Höhe der Aufschläge blieben zunächst offen.

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