ROUNDUP, Merz

Merz im zweiten Anlauf zum Kanzler gewÀhlt

06.05.2025 - 16:27:14

CDU-Chef Friedrich Merz ist im zweiten Anlauf im Bundestag zum zehnten Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewÀhlt worden.

Er erhielt in geheimer Abstimmung 325 Ja-Stimmen und damit neun mehr als die nötige Mehrheit von 316. Die Koalitionsfraktionen CDU/CSU und SPD haben zusammen 328 Sitze im Parlament. Merz nahm die Wahl an. "Ich bedanke mich fĂŒr das Vertrauen, und ich nehme die Wahl an", sagte er auf eine entsprechende Frage von BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner

Im ersten Wahlgang hatten Merz ĂŒberraschend sechs Stimmen gefehlt. Das war in der Geschichte der Bundesrepublik in der Form ein Novum: Noch nie war nach einer Bundestagswahl und erfolgreichen Koalitionsverhandlungen ein designierter Kanzler bei der Wahl im Bundestag durchgefallen.

Merz erst mit Ernennung Kanzler

Jetzt steht dem Regierungswechsel auf den Tag genau ein halbes Jahr nach dem Bruch der Ampel-Koalition aber nichts mehr im Wege. Merz muss aber im Schloss Bellevue von BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier noch die Ernennungsurkunde erhalten und ist erst dann auch rechtlich gesehen Bundeskanzler.

Anschließend fĂ€hrt er zurĂŒck in den Bundestag und spricht dort den Amtseid. Auch die Vereidigung der 17 Bundesministerinnen und Bundesminister soll noch heute stattfinden.

Zehn MĂ€nner und acht Frauen im Kabinett

Dem Kabinett gehören zehn MĂ€nner und acht Frauen an. CDU und SPD stellen jeweils sieben Minister und Ministerinnen, die CSU drei. Vizekanzler und damit zweitmĂ€chtigster Mann im Kabinett nach Merz ist der kĂŒnftige Finanzminister Lars Klingbeil (SPD). Der Erfolg der Regierung wird maßgeblich davon abhĂ€ngen, wie die beiden sich verstehen. In den Koalitionsverhandlungen hat das ganz gut geklappt.

Die Erwartungen sind groß. Im Inland hoffen die Menschen vor allem auf die Ankurbelung der seit langem schwĂ€chelnden deutschen Wirtschaft. Im Ausland warten die europĂ€ischen VerbĂŒndeten seit dem radikalen Kurswechsel in der US-Außenpolitik unter PrĂ€sident Donald Trump darauf, dass Deutschland als wirtschaftsstĂ€rkstes und bevölkerungsreichstes EU-Land wieder voll handlungsfĂ€hig wird - gerade mit Blick auf die Bedrohung aus Russland und die Konkurrenz aus China.

Dobrindt will sofort Grenzkontrollen verschÀrfen

Besonders große Aufmerksamkeit wird in den ersten Tagen bekommen, was der designierte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) zur EindĂ€mmung der irregulĂ€ren Migration angekĂŒndigt hat. "Die ersten Entscheidungen werden nach Amtsantritt an diesem Mittwoch getroffen. Dazu werden die Grenzkontrollen hochgefahren und die ZurĂŒckweisungen gesteigert", hatte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag" gesagt.

Ebenfalls am Mittwoch will Merz seine ersten Antrittsbesuche in den NachbarlĂ€ndern Frankreich und Polen absolvieren. Warschau ist alles andere als begeistert von den deutschen PlĂ€nen zur Kontrolle der Grenzen. Das dĂŒrfte Thema beim Treffen von Merz mit dem polnischen MinisterprĂ€sidenten Donald Tusk sein. Mit dem französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron wird Merz vor allem darĂŒber sprechen, wie die europĂ€ische SouverĂ€nitĂ€t gestĂ€rkt werden kann.

@ dpa.de

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