CDU-SozialflĂŒgel fordert KursĂ€nderung
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 12:45 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Partei werde den eigenen AnsprĂŒchen als Volkspartei "nicht mehr gerecht", sagte der Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, dem Portal "ZDFheute.de". "Unser Anspruch muss sein, wieder Volkspartei zu werden." Er unterstrich: "Wir sind es nur noch in Teilen."
SozialflĂŒgel fordert CDU-Reform
In einem Vorstandsbeschluss fordert die CDA laut ZDF eine breitere Neuaufstellung, um "die arbeitende Mitte" zurĂŒckzugewinnen. Die CDU habe an Zustimmung verloren, weil "politisches Vorfeld vernachlĂ€ssigt" und die Partei "immer weiter verengt" worden sei. "Zu viele gesellschaftliche Gruppen kommen in der Union kaum noch vor", stellt die CDA demnach fest, "zu viele Menschen erleben sie nicht mehr als ihre politische Heimat."
Eine Volkspartei, die nur noch mit sich selbst spreche, "hört auf, Volkspartei zu sein". So sollten etwa BeschĂ€ftigte aus Industrie, Handwerk, Pflege, Bildung und Mittelstand stĂ€rker als bisher bei Wahlkreiskandidaturen und Listen berĂŒcksichtigt werden.
"NatĂŒrlich muss sich Merz verĂ€ndern"
Radtke sagte, Merz habe interessanterweise schon 2021 von entsprechenden Defiziten gesprochen. Der CDA-Chef warf dem Bundeskanzler auch vor, er habe zuletzt Dinge gesagt wie: "Die Menschen feiern zu viel krank, zu wenig Leistungsbereitschaft". Das triggere Menschen eher, als sie abzuholen. "Es mĂŒssen sich Dinge verĂ€ndern, und natĂŒrlich muss sich auch Herr Merz in seinem Verhalten, in seiner Ausrichtung, auch in seiner Kommunikation, muss er sich verĂ€ndern, wenn wir aus diesem Knick herauskommen wollen."
Einen Wechsel im Kanzleramt und an der CDU-Spitze wie vereinzelt gefordert lehnt Radtke ab. "Diese Diskussion flammt ja immer mal wieder auf und natĂŒrlich hat die jetzt auch durch die deprimierenden Wahlergebnisse noch mal Futter bekommen", sagte er. "Mit solchen Optionen sollte man nicht willkĂŒrlich spielen." Aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern geflogen zu sein, bezeichnete der CDA-Chef als "ZĂ€sur". Zudem war die CDU bei der Wahl in Sachsen-Anhalt um fast 20 Punkte auf 17,2 Prozent eingebrochen und wurde in Berlin auf Platz zwei verdrĂ€ngt.
CDU-Klausur soll Richtung weisen
Eine geplante Klausurtagung des ParteiprĂ€sidiums begrĂŒĂte Radtke. Das CDU-PrĂ€sidium will am 11. Oktober beraten. Merz hatte angekĂŒndigt, zu einem "neuen Miteinander" kommen zu wollen. Radtke forderte eine nĂŒchterne Analyse der Defizite und warnte vor Aktionismus. So werde die Gruppe an Mandats- und FunktionstrĂ€gerinnen und -trĂ€gern "immer homogener, und dem muss man etwas entgegensetzen". Aber die "personelle Breite in der Bundestagsfraktion, in manchen Landtagsfraktionen" lasse sich nicht von heute auf morgen Ă€ndern.
