Protesttage, Tesla

Protesttage gegen Tesla – Aktionen am Wochenende geplant

11.05.2024 - 04:59:11

Chaotische Szenen am Freitag bei Anti-Tesla-Protesten in GrĂŒnheide: Hunderte Aktivisten versuchen, auf das WerksgelĂ€nde vorzudringen, es kommt zu Gewalt. Auch am Wochenende sind Aktionen geplant.

  • Aktivisten versammeln sich im Protestcamp in GrĂŒnheide. - Foto: Carsten Koall/dpa

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  • Ausgangspunkt der Proteste war das in der NĂ€he des Autowerks in GrĂŒnheide errichtete Protestcamp. - Foto: Michael Ukas/tnn/dpa

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  • Auf einem Flugplatz in Neuhardenberg schafften es Demonstranten auf das GelĂ€nde. - Foto: Patrick Pleul/dpa

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  • Die Polizei war mit einem großen Aufgebot prĂ€sent. - Foto: Michael Ukas/tnn/dpa

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Aktivisten versammeln sich im Protestcamp in GrĂŒnheide. - Foto: Carsten Koall/dpaAusgangspunkt der Proteste war das in der NĂ€he des Autowerks in GrĂŒnheide errichtete Protestcamp. - Foto: Michael Ukas/tnn/dpaAuf einem Flugplatz in Neuhardenberg schafften es Demonstranten auf das GelĂ€nde. - Foto: Patrick Pleul/dpaDie Polizei war mit einem großen Aufgebot prĂ€sent. - Foto: Michael Ukas/tnn/dpa

Nach teils heftigen Auseinandersetzungen am Tesla-WerksgelĂ€nde in GrĂŒnheide bei Berlin stellt sich die Polizei fĂŒr Samstag auf weitere Proteste ein. Man werde die Aktionen vom Freitag in der Einsatzplanung berĂŒcksichtigen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Aktivisten hielten sich mit Blick auf geplante Aktionen am Wochenende bedeckt. ZunĂ€chst ist gegen Samstagmittag ein Protestzug vom Bahnhof Fangschleuse bis zum Tesla-Werk geplant. Mit weiteren Aktionen der Demonstranten rund um das Tesla-Werk ist zu rechnen. 

Am Freitag war es immer wieder zu ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Protestteilnehmern und den Beamtinnen und Beamten gekommen. Die Polizisten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Mehrere Teilnehmer der Proteste sowie 21 EinsatzkrĂ€fte wurden laut Polizei verletzt. Bis 19 Uhr seien 16 Personen in Gewahrsam genommen worden, hieß es.  

Eine Sprecherin sowie ein Sprecher verschiedener beteiligter Protestgruppen kritisierten ein «unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig rabiates» Vorgehen der Polizei. Diese war mit einem Großaufgebot im Einsatz, darunter Hundertschaften aus mehreren BundeslĂ€ndern. Auch Wasserwerfer und ein RĂ€umpanzer standen bereit, kamen zunĂ€chst aber nicht zum Einsatz.

Versuche, aufs WerksgelÀnde zu gelangen 

WĂ€hrend eines Demonstrationszugs versuchten mehrere Aktivisten am Freitag, auf das Tesla-WerksgelĂ€nde vorzudringen. Sie ĂŒberwanden einen Wildzaun im Wald am Rande der Teslafabrik von US-Unternehmer Elon Musk. Die Polizei verhinderte nach eigenen Angaben, dass sie auch auf das WerksgelĂ€nde gelangten. Auf einem Flugplatz in Neuhardenberg schafften es Demonstranten auf das GelĂ€nde, zĂŒndeten Pyrotechnik und beschĂ€digten Tesla-Fahrzeuge mit Farbe. Die Polizei hatte einem Sprecher zufolge versucht, auch dieses Areal zu schĂŒtzen. Die schiere GrĂ¶ĂŸe des Flugplatzes habe das aber erschwert. 

Ausgangspunkt der Proteste war das in der NĂ€he des Autowerks in GrĂŒnheide errichtete Protestcamp. Dort harren Aktivisten und Aktivistinnen seit Ende Februar auch in BaumhĂ€usern aus, um gegen die geplante Erweiterung des Tesla-GelĂ€ndes und die Rodung von Wald zu protestieren. Die Polizei will erreichen, dass die BaumhĂ€user abgebaut werden. Dazu lĂ€uft ein Rechtsstreit. Seit Mittwoch haben die Tesla-Gegner zu Aktionstagen gegen den Autobauer aufgerufen. 

«Der Kampf gegen diese Autofabrik ist ein Kampf gegen jede Autofabrik», teilte die beteiligte Gruppe Disrupt am Freitag mit. «Damit die Erde langfristig unser Zuhause bleibt, sollten wir mutig genug sein, dieses Werk kreativ neu zu gestalten. Ob wir hier Busse, KrankenwĂ€gen oder LastenrĂ€der bauen, mĂŒssen wir gemeinsam entscheiden.» 

Sitzblockaden und Störaktionen

Die Polizei hatte versucht, das GelĂ€nde des einzigen Tesla-Werks in Europa weitrĂ€umig abzuschirmen, mehrere Autobahnausfahrten wurden gesperrt. Auch die Bahnstrecke zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) war am Bahnhof Fangschleuse zwischenzeitlich gesperrt. Am Rande der DemonstrationszĂŒge zum GelĂ€nde gab es auch eine Sitzblockade auf der Landstraße 23 in der NĂ€he des Werks. In Berlin hielten Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Einkaufszentrum Mall of Berlin, in dem sich ein Tesla-AusstellungsgeschĂ€ft befindet, ein Banner mit der Aufschrift «Saubere Autos sind eine dreckige LĂŒge». 

«Gegen friedlichen Protest ist nichts einzuwenden und die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mĂŒssen ihrer Meinung Ausdruck verleihen können», sagte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) zu den VorgĂ€ngen in GrĂŒnheide am Freitag. «Das ist zentraler Bestandteil unserer Demokratie», teilte er auf Anfrage mit. Wenn die Versammlungsfreiheit von radikalen Gruppen missbraucht werde und die Proteste eskalierten, schade das hingegen der Demokratie und beschĂ€dige nicht zuletzt das Ansehen der Menschen, die friedlich und gewaltfrei demonstrierten.

Tesla Ă€ußerte sich zunĂ€chst nicht zum Verlauf der Proteste. Produziert wurde in dem Werk am Freitag nicht. Das habe allerdings mit dem BrĂŒckentag nach Himmelfahrt zu tun und nicht mit den Demonstrationen, betonte eine Unternehmenssprecherin.  

Der US-Autohersteller hatte im MĂ€rz nach einem Brandanschlag auf einen Strommast die Produktion in seiner Fabrik fĂŒr einige Tage stoppen mĂŒssen. Zu der Tat bekannte sich eine linksextremistische Gruppe. Zudem waren an verschiedenen Orten immer wieder geparkte Teslas in Flammen aufgegangen.

@ dpa.de