Chiles Ex-PrĂ€sidentin Bachelet zieht UN-Kandidatur zurĂŒck
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 09:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas gab die 74-JÀhrige auf der Plattform Instagram bekannt.
Bachelet, die zwischen 2018 und 2022 als UN-Hochkommissarin fĂŒr Menschenrechte fungierte, nannte keine konkrete BegrĂŒndung fĂŒr ihren RĂŒckzug. Tags zuvor war sie bei der jĂŒngsten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat aber auf dem vorletzten Platz gelandet, wie die israelische UN-Mission unter Verweis auf Quellen im Sicherheitsrat mitteilte. Favoritin fĂŒr die Nachfolge von UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres ist demnach die Diplomatin Rebeca Grynspan aus Costa Rica.
Bachelet lieĂ wissen, dass sie ihre Kandidatur nicht bereue: "Wir haben dazu beigetragen, die Ăberzeugung auf die globale Agenda zu setzen, dass die nĂ€chste GeneralsekretĂ€rin eine Frau aus Lateinamerika sein sollte." Neben Grynspan erfĂŒllen auch die ecuadorianischen Bewerberinnen MarĂa Fernanda Espinosa und Ivonne A-Baki dieses Kriterium.
Die Chilenin hatte sich bei ihrer Kandidatur fĂŒr Multilateralismus, Völkerrecht, Demokratie, Menschenrechte und Klimaschutz eingesetzt. UnterstĂŒtzt wurde sie vom brasilianischen PrĂ€sidenten Luiz InĂĄcio Lula da Silva und der mexikanischen PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum.
Bachelet war zweimal PrÀsidentin ihres Landes (2006 bis 2010 und 2014 bis 2018). WÀhrend der Pinochet-Diktatur war sie mit ihrer Mutter in die DDR geflohen, wo sie Deutsch lernte und Medizin studierte.
UN-Sicherheitsrat trifft Vorauswahl
Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates befinden sich noch in der Phase der Kandidatenfindung, bevor Guterres am 31. Dezember aus dem Amt scheidet. Nach zwei Amtszeiten kann der Portugiese nicht noch einmal kandidieren.
Mit geheimen Probeabstimmungen wird versucht, sich auf einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu einigen. Wer Guterres' Amt ĂŒbernehmen will, braucht mindestens die Stimmen von neun Mitgliedern des mĂ€chtigsten UN-Gremiums. Die fĂŒnf stĂ€ndigen Mitglieder im Sicherheitsrat - Russland, China, Frankreich, GroĂbritannien und die USA - haben jeweils ein Veto-Recht und können eine Personalie mit ihrer Gegenstimme blockieren. Gibt es eine Einigung auf einen Personalvorschlag, wird anschlieĂend in der UN-Vollversammlung darĂŒber abgestimmt.
