Tiananmen-Massaker, US-Aussage

36 Jahre Tian'anmen-Massaker: US-Aussage verÀrgert China

04.06.2025 - 13:45:09

China hat eine ErklÀrung der USA zum 36. Jahrestag des blutigen Massakers am Platz des Himmlischen Friedens (Tian'anmen) in Peking scharf kritisiert.

Die falschen Äußerungen "verfĂ€lschten böswillig historische Tatsachen" und griffen "absichtlich das politische System und den Entwicklungsweg Chinas an", sagte Außenamtssprecher Lin Jian.

US-Außenminister Marco Rubio hatte mitgeteilt, die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) habe die Proteste damals brutal niederschlagen lassen und versuche aktiv, Fakten zu zensieren. "Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung sind menschliche Prinzipien, die die KPCh nicht auslöschen kann", schrieb er zudem auf der Online-Plattform X.

Was damals geschah

Mit dem Tod von Reform-HoffnungstrĂ€ger und KP-GeneralsekretĂ€r Hu Yaobang Mitte April 1989 erhob sich in Peking eine Bewegung fĂŒr mehr Mitsprache und gegen Korruption. Die Regierung bekam die mehrwöchigen Proteste nicht in den Griff und schickte das MilitĂ€r, um diese zu zerschlagen. Am frĂŒhen Morgen des 4. Juni 1989 kamen in den Straßen um den Tian'anmen-Platz Hunderte Menschen etwa durch SchĂŒsse ums Leben. Die genau Opferzahl ist bis heute nicht bekannt.

Aktivisten forderten zum Jahrestag freies Gedenken, AufklĂ€rung und EntschĂ€digung fĂŒr die Hinterbliebenen. Dieses nationale Trauma sei absichtlich vertuscht worden, teilten die "MĂŒtter des Tian'anmen" mit.

Gedenken kaum noch möglich

Offiziell gedacht wird der Opfer in China nicht. Ein Video der deutschen Botschaft auf Chinas Online-Plattform Weibo, das eine brennende Kerze zeigte, wurde nach rund zwei Stunden von der Zensur entfernt.

In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong, wo jahrzehntelang am 4. Juni mit Kerzen an die Opfer erinnert wurde, ist das öffentliche Gedenken ebenfalls nahezu vollstĂ€ndig verschwunden. Stattdessen fand dort zum dritten Mal in Folge ein von der Regierung unterstĂŒtzter "Heimatmarktrummel" statt. Organisiert von patriotischen Vereinigungen, wurden VerkaufsstĂ€nde und eine BĂŒhne auf den SportplĂ€tzen des Victoria Parks aufgebaut - genau dort, wo frĂŒher stets eine große Mahnwache stattfand.

In Taiwan, wo es noch öffentliche Gedenkveranstaltungen gibt, erklÀrte PrÀsident Lai Ching-te, autoritÀre Regime löschten die Geschichte aus. Taiwan sei entschlossen, gemeinsam mit gleichgesinnten Partnern Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen.

@ dpa.de