Kaum Bewegung bei Verbraucherpreisen in China im MĂ€rz
11.04.2024 - 06:23:22Wie das Statistikamt am Donnerstag in Peking mitteilte, stiegen die Verbraucherpreise in der zweitgröĂten Volkswirtschaft der Welt im MĂ€rz verglichen mit demselben Vorjahresmonat nur um 0,1 Prozent. Analysten hatten zuvor einen etwas deutlicheren Anstieg von 0,4 Prozent erwartet. Der geringe Zuwachs des Verbraucherpreisindex deutet darauf hin, dass die Menschen in China immer noch wenig konsumieren. Im Februar hatte der Preisanstieg mit 0,7 Prozent im Vorjahresvergleich die Experten zwar ĂŒberrascht. Allerdings fiel in diesen Monat das FrĂŒhlingsfest - die mehrtĂ€gige Feiertagswoche zum Chinesisch-Neujahr -, zu dem die Menschen in China verreisen und viel konsumieren.
China hatte zuvor monatelang mit einer Deflation zu kĂ€mpfen, die erst im Februar endete. Eine Deflation gilt als Gift fĂŒr die Wirtschaft, weil sich Verbraucher und Unternehmen in Erwartung gĂŒnstigerer Preise mit KĂ€ufen und Investitionen zurĂŒckhalten. Nun flaute der wiedergewonnene Inflationstrend deutlich ab. Die meisten Ăkonomen halten eine Deflation fĂŒr gefĂ€hrlicher fĂŒr die Entwicklung einer Volkswirtschaft als leicht steigende Preise. Zwar profitieren die Verbraucher auf den ersten Blick, weil sie weniger fĂŒr Waren und Dienstleistungen bezahlen mĂŒssen. Eine Deflation drĂŒckt aber in der Regel auch auf die Gewinne der Unternehmen und birgt damit die Gefahr von LohnkĂŒrzungen und Entlassungen.
Die Gefahr nicht steigender Preise lastet damit weiter auf der chinesischen Wirtschaft, die seit LĂ€ngerem durch eine schwere Immobilienkrise gebremst wird. Die Regierung dĂŒrfte damit unter Druck stehen, dem Trend entgegenzuwirken. Peking sah bislang davon ab, Gelder groĂflĂ€chig mit der GieĂkanne auszuschĂŒtten, um die Wirtschaft anzukurbeln. Allerdings plant die Regierung zum Beispiel Gelder fĂŒr Firmen oder Haushalte freizumachen, die alte GerĂ€te und Maschinen gegen neue ersetzen wollen. China will in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von rund fĂŒnf Prozent erzielen, was einige Beobachter angesichts der Lage fĂŒr ambitioniert halten.
Die Erzeugerpreise in China waren im MĂ€rz unterdessen weiter rĂŒcklĂ€ufig, das Minus fiel mit 2,8 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum sogar etwas höher aus als noch im Februar. Analysten hatten den MĂ€rz-Wert so erwartet.

