Luxussteuer, Autobauer

Neue Luxussteuer beschÀftigt deutsche Autobauer in China

27.07.2025 - 05:00:40

China lÀsst mit einer SteuerÀnderung deutsche Premium-Autobauer aufhorchen. Im wichtigsten Automarkt der Welt könnte es noch schwieriger werden. Was sagen Mercedes, BMW, Porsche und Audi dazu?

Eine Änderung der Luxussteuer in China beschĂ€ftigt derzeit die großen deutschen Premium-Autobauer. Chinas Finanzministerium hatte vor rund einer Woche eine Änderung der Steuerregelung fĂŒr Luxusautos mitgeteilt und damit die Grenze, aber der die Abgabe fĂ€llig wird, von bisher 1,3 Millionen Yuan (derzeit rund 154.000 Euro) herabgesetzt. Seit vergangenem Sonntag ist die neue Norm in Kraft und dĂŒrfte vor allem den chinesischen Marken helfen, die in der Oberklasse unterwegs sind und noch unter den Grenzwert fallen könnten.

Betroffen sind damit nicht mehr nur Autos mit Verbrennermotor, sondern auch Elektrofahrzeuge mit einem Preis ohne Mehrwertsteuer jenseits von 900.000 Yuan (derzeit etwa 107.000 Euro), wie die Behörde mitteilte. Sie gilt fĂŒr Neufahrzeuge, jedoch nicht fĂŒr Gebrauchtwagen. Die neue Richtlinie betrifft damit auch jene deutschen Autobauer, die im grĂ¶ĂŸten Automarkt der Welt fĂŒr das Premiumsegment produzieren. Dazu gehören Mercedes-Benz, Porsche, Audi und BMW. 

Was die deutschen Autobauer dazu sagen

Bei BMW geht man davon aus, dass die VerĂ€nderung keine großen Auswirkungen haben wird. Wer sich so ein Auto kaufe, lasse sich auch vom Aufpreis tendenziell nicht davon abhalten, sagte eine Sprecherin. Die neue Steuerpolitik fĂŒr Luxusfahrzeuge betreffe nur eine begrenzte Anzahl von Modellen der Marke Audi, die in China verkauft werden, teilte Audi mit. Audi beobachte weiterhin die Marktentwicklungen und passe, falls erforderlich, seine Strategie an, um die WettbewerbsfĂ€higkeit sicherzustellen.

Porsche prĂŒfe aktuell die Details der Richtlinie und mögliche Auswirkungen auf das GeschĂ€ft, teilte ein Sprecher des Sportwagenbauers mit. Gemeinsam mit seinen Handelspartnern suche Porsche nach Lösungen, um die Interessen der unmittelbar betroffenen Kunden zu wahren. Mercedes-Benz wollte sich Anfrage nicht dazu Ă€ußern.

Experte: Wird nicht spurlos an deutschen Herstellern vorbeigehen

Insgesamt werde die neue Regelung nicht spurlos an den deutschen Herstellern vorbeigehen, sagte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. Weil genau die Fahrzeuge betroffen seien, bei denen die Deutschen in China heute noch die Nase vorn hĂ€tten, nĂ€mlich bei den großmotorigen Verbrennern. Alle seien tangiert, wenn auch in unterschiedlichem Maße.

Chinas Verband fĂŒr Personenkraftwagen hielt die neue Regelung als «vernĂŒnftig». Die Zahl der Luxusfahrzeuge mache auf dem chinesischen Automarkt etwa ein Tausendstel aus, hatte VerbandsprĂ€sident Cui Dongshu in einem Online-Beitrag kurz nach dem Bekanntwerden geschrieben. In den vergangenen Jahren seien die Auto-Importe zudem stark gesunken.

@ dpa.de