China-Wirtschaft, BIP-Wachstum

China steigert BIP im dritten Quartal auf 4,5 Prozent

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 04:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das Wachstum übertraf die Erwartungen knapp. Der Aufschwung stützt sich vor allem auf den Außenhandel, während Immobilienkrise und Konsumzurückhaltung die Erholung im Inland bremsen.

Chinas Wachstumsziel bleibt erreichbar

  • Das Statistikamt in Peking meldete für Juli bis September ein BIP-Plus von 4,5 Prozent.
  • Im zweiten Quartal hatte das Wachstum 4,3 Prozent betragen, nach 5,0 Prozent zum Jahresauftakt.
  • Die Regierung strebt für das Gesamtjahr ein Wachstum zwischen 4,5 und 5 Prozent an.
  • In den ersten neun Monaten stiegen die Exporte in US-Dollar gerechnet um 21,3 Prozent.
Der starke Außenhandel ist eine wichtige Stütze für Chinas Wachstum. (Archivbild) - Bild: Fang Dongxu/XinHua/dpa

China steigert BIP im dritten Quartal

Chinas Wirtschaft ist im dritten Quartal 2026 etwas schneller gewachsen als im Vorquartal und hat die Erwartungen leicht übertroffen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistikamt in Peking mitteilte.

Wachstum liegt über Prognose

Im zweiten Quartal hatte das Wachstum 4,3 Prozent betragen, nach 5,0 Prozent zum Jahresauftakt. Volkswirte hatten für das dritte Quartal mit einem Plus von 4,4 Prozent gerechnet.

Für das Gesamtjahr strebt die chinesische Regierung ein Wirtschaftswachstum von 4,5 bis 5 Prozent an.

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Exportboom verschärft Handelsspannungen

Vor allem der Außenhandel entwickelt sich dynamisch. In den ersten neun Monaten stiegen die Exporte nach Angaben des chinesischen Zolls in US-Dollar gerechnet um 21,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

China verkaufte Waren für rund 938 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 834 Milliarden Euro, mehr ins Ausland, als es von dort bezog. Der Handelsüberschuss sorgt zunehmend für Spannungen mit wichtigen Handelspartnern.

Immobilienkrise belastet Inland

Im eigenen Land halten sich viele Verbraucher mit Ausgaben zurück. Auch die Investitionen kommen nur schleppend voran.

Ein wichtiger Grund ist die seit Jahren anhaltende Immobilienkrise. Sinkende Wohnungspreise verunsichern die Haushalte, während Bauunternehmen weniger investieren.

Kommunen verlieren Einnahmen

Auch den Städten fehlt Geld, weil sie mit dem Verkauf von Grundstücksrechten weniger einnehmen. Das belastet die Nachfrage und erschwert eine breitere Erholung der Wirtschaft.

Das Quartalswachstum zeigt, dass Chinas Wirtschaft trotz der Immobilienkrise und der schwachen Binnennachfrage weiterhin expandiert. Mit 4,5 Prozent lag das Plus leicht über den Erwartungen und beschleunigte sich gegenüber dem zweiten Quartal. Für die Regierung bleibt damit das Jahresziel von 4,5 bis 5 Prozent erreichbar.

Die Zusammensetzung des Wachstums verweist jedoch auf ein strukturelles Ungleichgewicht. Der Außenhandel trägt erheblich zur Wirtschaftsleistung bei, während private Haushalte wegen fallender Immobilienpreise und unsicherer Einkommen vorsichtig bleiben. Die Immobilienkrise belastet zugleich Bauinvestitionen und die Finanzlage vieler Kommunen.

Außenhandel verschärft Konflikte

Der hohe Exportüberschuss erhöht den Druck auf Handelspartner. In Europa wächst die Sorge, dass preisgünstige chinesische Waren heimische Anbieter verdrängen könnten. Parallel versucht China, seine technologische Stellung stärker zu sichern: Ein im Oktober veröffentlichter Entwurf sieht Exportverbote oder Genehmigungspflichten für ausgewählte KI-, Solar- und Biotechnologien vor.

Für Deutschland bleibt deshalb entscheidend, wie dauerhaft der Exportimpuls ist und ob China die Nachfrage im Inland stabilisieren kann. Eine anhaltend schwache Binnennachfrage würde die Abhängigkeit vom Außenhandel verstärken und weitere handelspolitische Gegenmaßnahmen wahrscheinlicher machen. Für Unternehmen und Verbraucher können daraus neue Unsicherheiten bei Lieferketten, Preisen und Absatzmärkten entstehen.

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