ROUNDUP, Chinas

Chinas Exporte steigen stÀrker als erwartet - Importe schwach

07.06.2024 - 09:17:51

Chinas Exporte sind im Mai stÀrker als erwartet gestiegen.

Wie die Pekinger Zollverwaltung am Freitag mitteilte, legten die Ausfuhren der zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft im Vorjahresvergleich auf Dollar-Basis um 7,6 Prozent zu und schlugen damit die Erwartungen der meisten Analysten.

Ein DĂ€mpfer waren jedoch die Zahlen fĂŒr Chinas Einfuhren. Die Importe stiegen im Mai lediglich um 1,8 Prozent und blieben damit hinter den Erwartungen zurĂŒck.

Der Handel mit Deutschland entwickelt sich weiterhin negativ. WĂ€hrend die chinesischen Exporte um 2,9 Prozent zurĂŒckgingen, brachen die chinesischen Importe aus Deutschland im Mai sogar um 12,9 Prozent ein.

FĂŒr die Exportnation Deutschland ist der Handel mit China von großer Bedeutung. Bereits in den vergangenen Monaten war der chinesische Außenhandel mit der Bundesrepublik jedoch im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresmonat zumeist rĂŒcklĂ€ufig.

"Der schwache chinesische Import ist ein weiterer Indikator fĂŒr das gehemmte Vertrauen im Markt, was deutsche Firmen deutlich zu spĂŒren bekommen", sagte Maximilian Butek, geschĂ€ftsfĂŒhrendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Ostchina. "Die galoppierenden Exporte Chinas setzen deutsche Unternehmen auch in den WeltmĂ€rkten zunehmend unter Druck", so Butek weiter.

Exporte sind generell ein wichtiger Treiber fĂŒr die chinesische Wirtschaft. Spannungen im HandelsverhĂ€ltnis mit den USA und der EU, zwei wichtigen Abnehmern fĂŒr Produkte aus China, sorgen jedoch fĂŒr gedrĂŒckte Stimmung. WĂ€hrend starke Exporte ein Zeichen fĂŒr eine anziehende Nachfrage aus dem Ausland sind, deuten schwĂ€chere Einfuhren darauf hin, dass die chinesische Binnennachfrage weiterhin gedĂ€mpft ist.

Peking hat mit wirtschaftlichen Problemen im Inland zu kĂ€mpfen. Chinas Kommunistische Partei hatte auf ihrem jĂ€hrlichen Volkskongress im MĂ€rz ein Wachstumsziel von etwa fĂŒnf Prozent fĂŒr dieses Jahr ausgegeben.

Eine Krise im Immobiliensektor, der sonst den Konjunkturmotor deutlich mit antrieb, belastet die Wirtschaft schon lĂ€nger. Außerdem ist die Konsumlaune im Inland weiter trĂŒb, und das Land hat mit einer hohen Arbeitslosenquote unter jungen Menschen zu kĂ€mpfen. ZusĂ€tzlich sind die Lokalregierungen in China hoch verschuldet.

Auch der Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) erwartet in diesem Jahr fĂŒr Chinas Wirtschaft ein Wachstum von fĂŒnf Prozent. Der IWF hatte die Erwartung fĂŒr die Volksrepublik zuletzt leicht angehoben, jedoch auch notwendige Reformen angemahnt. Die Regierung sollte etwa das soziale Sicherheitsnetz ausbauen. Zudem könne China den Dienstleistungssektor liberalisieren, um ArbeitsplĂ€tze entstehen zu lassen.

@ dpa.de