China, International

Chinas Exporte ziehen an – Weiter Streit mit EU und USA

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 07:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Chinas Exportmotor lÀuft trotz Kritik von Handelspartnern unaufhörlich weiter. Auch der Handel mit Deutschland unterstreicht die Probleme. Nun richtet sich der Blick auf ein mögliches Treffen.

  • Exporte helfen, Chinas Wirtschaftsmotor weiter anzutreiben. (Symbolbild)   - Bild: Yu Fangping/XinHua/dpa
    Exporte helfen, Chinas Wirtschaftsmotor weiter anzutreiben. (Symbolbild) - Bild: Yu Fangping/XinHua/dpa
  • Chinas Exporte sind im August erneut deutlich gestiegen. (Symbolbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
    Chinas Exporte sind im August erneut deutlich gestiegen. (Symbolbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
  • US-Finanzminister Scott Bessent kritisierte China beim G20-Finanzminister-Treffen. (Archivbild) - Bild: Gerald Herbert/AP/dpa
    US-Finanzminister Scott Bessent kritisierte China beim G20-Finanzminister-Treffen. (Archivbild) - Bild: Gerald Herbert/AP/dpa
  • Unternehmen brauchen laut der AHK-Nordchina-Chef Oehms eine krĂ€ftigere Binnennachfrage. (Archivbild)   - Bild: Johannes Neudecker/dpa
    Unternehmen brauchen laut der AHK-Nordchina-Chef Oehms eine krÀftigere Binnennachfrage. (Archivbild) - Bild: Johannes Neudecker/dpa
Exporte helfen, Chinas Wirtschaftsmotor weiter anzutreiben. (Symbolbild)   - Bild: Yu Fangping/XinHua/dpa Chinas Exporte sind im August erneut deutlich gestiegen. (Symbolbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa US-Finanzminister Scott Bessent kritisierte China beim G20-Finanzminister-Treffen. (Archivbild) - Bild: Gerald Herbert/AP/dpa Unternehmen brauchen laut der AHK-Nordchina-Chef Oehms eine krĂ€ftigere Binnennachfrage. (Archivbild)   - Bild: Johannes Neudecker/dpa

Chinas Exporte haben im August weiter zugelegt. Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, stiegen die Ausfuhren der Volksrepublik im August gegenĂŒber demselben Vorjahresmonat in US-Dollar berechnet um 25 Prozent und damit noch einmal deutlicher als im Juli (23,9 Prozent). Auch die Importe legten krĂ€ftig zu und kamen im August auf ein Plus von 28,2 Prozent. 

Damit trafen die Exporte ungefĂ€hr die Erwartungen von Analysten. Lediglich die Importe fielen etwas geringer aus. Chinas HandelsĂŒberschuss weitet sich damit im Jahresverlauf seit Januar zusammengerechnet auf 805,5 Milliarden US-Dollar (derzeit etwa 693,6 Milliarden Euro) aus. 2025 hatte China einen RekordĂŒberschuss von 1,2 Billionen US-Dollar erreicht.  

Chinas Handel profitiert unter anderem vom Ausbau im Bereich KĂŒnstlicher Intelligenz, fĂŒr den in aller Welt viele Komponenten wie Halbleiter benötigt werden. Außerdem exportiert China immer mehr Fahrzeuge ins Ausland, auch weil der Schwung auf dem heimischen Automarkt nachlĂ€sst. Mit Exporten treibt China seinen Wirtschaftsmotor mit an, weil die Nachfrage im Inland anhaltend schwach ist. Das liegt mitunter an einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und schwachem Vertrauen unter den Konsumenten.

Wie der Handel mit Deutschland verlief 

Chinas schwache Nachfrage ist auch fĂŒr deutsche Firmen ein Problem. «Was Unternehmen nach wie vor benötigen, ist eine krĂ€ftig anziehende Binnennachfrage», sagte der Chef der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Nordchina, Oliver Oehms. Diese mĂŒsse ĂŒber die industriepolitischen Schwerpunktbereiche Chinas hinaus in der Breite der Wirtschaft spĂŒrbar werden, erklĂ€rte er. 

Im Handel mit Deutschland exportierte China im August gegenĂŒber demselben Vorjahresmonat 9,8 Prozent mehr in die Bundesrepublik. Die Importe aus Deutschland sanken dagegen um 9,7 Prozent.

Reist Xi in die USA?   

Chinas jĂŒngste Außenhandelsdaten kommen wenige Wochen vor einem anberaumten Treffen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und US-PrĂ€sident Donald Trump. Der Republikaner hatte Xi im Mai wĂ€hrend seiner Peking-Reise fĂŒr den 24. September ins Weiße Haus eingeladen. China bestĂ€tigte den Besuch bislang nicht. Der Handelsstreit beider Seiten dĂŒrfte bei dem Treffen im Mittelpunkt stehen. 

Im August stiegen Chinas Exporte in die Vereinigten Staaten im Vorjahresvergleich um 34,4 Prozent. Die Importe aus den USA legten um 17,8 Prozent zu. Washington kritisiert schon lĂ€nger das Ungleichgewicht im Handel mit China und fordert von Peking, die Nachfrage im Inland anzukurbeln. Derzeit herrscht zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaften der Welt noch eine Pause im Zollstreit, die ohne eine VerlĂ€ngerung im November auslaufen wĂŒrde. 

Ärger bei G20-Treffen

Zuletzt wurde der Ton im Handelskonflikt rauer. Beim Treffen der G20-Finanzminister in der US-Stadt Asheville beschuldigte US-Finanzminister Scott Bessent China, eine gemeinsame ErklĂ€rung blockiert zu haben. Stattdessen veröffentlichten die USA als Vorsitzland eine Mitteilung. Darin stand auch, dass China mehreren Punkten nicht zugestimmt habe. Einer richtete sich an LĂ€nder «mit ĂŒbermĂ€ĂŸigen und anhaltenden AußenhandelsĂŒberschĂŒssen», die «Verzerrungen« beseitigen sollten. 

Chinas Handelsministerium wies die Darstellung zurĂŒck und warf den USA vor, damit Protektionismus voranzutreiben und VorwĂ€nde fĂŒr BeschrĂ€nkungen gegen China zu schaffen. Peking betont immer wieder, nicht bewusst einen HandelsĂŒberschuss zu erzielen, sondern verweist darauf, dass das Exportwachstum auf Innovation und der Nachfrage anderer LĂ€nder wie im Bereich grĂŒne Transformation beruhe.

Streit auch mit BrĂŒssel

Die USA zĂ€hlten einst zu den wichtigsten AbsatzmĂ€rkten Chinas. Seit dem Zollstreit verschifft die Volksrepublik ihre Waren verstĂ€rkt in andere MĂ€rkte. Das zeigten auch die August-Daten des Zolls, die im Vorjahresvergleich hohe ExportzuwĂ€chse nach Afrika (30,9 Prozent) und SĂŒdostasien (30,2 Prozent) auswiesen.

Auch Europa ist seit lĂ€ngerem ein wichtiger Zielmarkt. Chinas Exporte dorthin wuchsen im August gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 6,6 Prozent. Die Importe aus der EU erreichten dagegen nur ein schwaches Plus von 0,7 Prozent. Auch BrĂŒssel fordert schon lĂ€nger von China, die Schieflage im beiderseitigen HandelsverhĂ€ltnis zu korrigieren. Seit Ende Juni verhandelt die EU mit Peking ĂŒber Lösungen. Bis Oktober sollen konkrete Ergebnisse auf dem Tisch liegen. 

Ob weitere Zölle auf Importe aus China folgen, ist unklar. Die EU fĂŒhrte bereits ZusatzaufschlĂ€ge auf in China gefertigte Elektroautos ein. Chinesische Hersteller sichern sich dennoch nach und nach Marktanteile in Europa. Gerade in der fĂŒr Deutschland wichtigen Automobilindustrie ist der Konkurrenzdruck spĂŒrbar.

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