CCS und CCU, CO2-Speicherung

CO2-Export: Deutschland schließt Abkommen mit DĂ€nemark und Holland

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 10:59 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Das Bundeswirtschaftsministerium hat mit DĂ€nemark und den Niederlanden AbsichtserklĂ€rungen zum grenzĂŒberschreitenden Umgang mit abgeschiedenem CO2 unterzeichnet. Damit soll der Aufbau von CCS/CCU in Deutschland vorankommen und die Industrie vor steigenden CO2-Kosten geschĂŒtzt werden.

Deutschland will CO2 nach DĂ€nemark und Holland exportieren
Dalbe in der Nordsee (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Deutschland will kĂŒnftig abgeschiedenes Kohlendioxid nach DĂ€nemark und in die Niederlande exportieren. Das Bundeswirtschaftsministerium unterzeichnete dazu mit beiden LĂ€ndern AbsichtserklĂ€rungen, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde.

CO2 soll unter der Nordsee gespeichert werden

Die Vereinbarungen sollen den Hochlauf von Carbon Capture Storage and Utilization, kurz CCS/CCU, in Deutschland unterstĂŒtzen. Nach Angaben des Ministeriums soll dies die WettbewerbsfĂ€higkeit der deutschen Industrie langfristig und nachhaltig stĂ€rken sowie steigende CO2-Kosten vermeiden.

Beim CCS wird Kohlendioxid abgeschieden und dauerhaft gespeichert. Bei CCU wird es zusÀtzlich als Rohstoff weiterverwendet. Das abgeschiedene CO2 kann tief unter der Nordsee gelagert werden.

DĂ€nemark und Niederlande sind weiter

DĂ€nemark und die Niederlande verfĂŒgen bei der unterseeischen Speicherung von CO2 bereits ĂŒber mehr Erfahrung als Deutschland. Die nun vereinbarten AbsichtserklĂ€rungen sollen die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit erleichtern und den Transport des abgeschiedenen Kohlendioxids ermöglichen.

Experten weisen zugleich auf mögliche Umweltrisiken hin. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die dauerhafte Überwachung der SpeicherstĂ€tten, mögliche Leckagen und die Auswirkungen auf die Meeresumwelt.

Mit den AbsichtserklĂ€rungen schafft Deutschland eine Grundlage fĂŒr grenzĂŒberschreitende CO2-Ketten: Kohlendioxid soll an Industriestandorten abgeschieden, per Pipeline oder Schiff transportiert und unter dem Meeresboden gespeichert oder weitergenutzt werden. FĂŒr die deutsche Industrie ist das vor allem deshalb relevant, weil bestimmte Prozesse – etwa in der Zement-, Kalk- oder Grundstoffproduktion – Emissionen verursachen, die sich nicht vollstĂ€ndig durch erneuerbare Energien vermeiden lassen.

Die Vereinbarungen ersetzen jedoch weder konkrete Genehmigungen noch den Aufbau der notwendigen Transportinfrastruktur. FĂŒr den praktischen Betrieb mĂŒssen Fragen zu Bilanzierung, Haftung, Überwachung, Sicherheitsstandards und grenzĂŒberschreitender Anerkennung geklĂ€rt werden. Hinzu kommt, dass Deutschland bei der CO2-Speicherung im eigenen Hoheitsgebiet bislang deutlich zurĂŒckhaltender war als DĂ€nemark und die Niederlande.

Industriepolitik und Umweltrisiken

Das Wirtschaftsministerium verbindet CCS und CCU mit dem Ziel, die WettbewerbsfĂ€higkeit energieintensiver Unternehmen zu sichern und steigende CO2-Kosten zu begrenzen. Die Strategie kann besonders fĂŒr Branchen mit unvermeidbaren Prozessemissionen Bedeutung gewinnen, macht aber zugleich langfristige Infrastruktur- und Kontrollkosten sichtbar.

Bei der Speicherung unter der Nordsee stehen mögliche Leckagen, Auswirkungen auf Meeresökosysteme und die dauerhafte Überwachung im Mittelpunkt der Debatte. FĂŒr BĂŒrger und Unternehmen wird entscheidend sein, welche Emissionen tatsĂ€chlich dauerhaft gebunden werden, wer im Schadensfall haftet und ob die auslĂ€ndischen Speicher ausreichende KapazitĂ€ten und verlĂ€ssliche Kontrollsysteme bieten.

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