Coca-Cola-Steuerstreit: 14-Milliarden-Urteil am 25. Juni in Miami
21.06.2026 - 23:28:28 | boerse-global.de
Am 25. Juni 2026 verhandelt das 11. US-Berufungsgericht in Miami den Steuerstreit zwischen Coca-Cola und der IRS. Es geht um 14 Milliarden Dollar.
Milliarden-Risiko fĂŒr den GetrĂ€nkekonzern
Der Rechtsstreit hat enorme Dimensionen. Unterliegt Coca-Cola, droht eine Steuer-Nachzahlung fĂŒr die Jahre 2010 bis 2025 in Höhe von etwa 14 Milliarden Dollar â plus Zinsen. Beobachter beziffern das Gesamtrisiko auf bis zu 20 Milliarden Dollar.
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Rund 6 Milliarden Dollar hat der Konzern bereits gezahlt. Die IRS hatte 2020 vor dem Steuergericht einen Sieg errungen. Ein Erfolg vor dem Berufungsgericht wĂŒrde die restlichen Verbindlichkeiten hingegen beseitigen.
Finanzvorstand John Murphy zeigte sich im Vorfeld zuversichtlich. Analysten bewerten die Risiken derzeit noch gelassen. Eine endgĂŒltige Niederlage könnte den effektiven Steuersatz des Unternehmens jedoch um geschĂ€tzte 3,8 Prozentpunkte nach oben treiben.
Der Kern des Streits: Transferpreise und Auslandsgewinne
Die Auseinandersetzung dreht sich um die Gewinnzuweisung auslÀndischer Töchter an die US-Mutter. Die IRS wirft Coca-Cola vor, in den USA zu geringe und im Ausland zu hohe Gewinne ausgewiesen zu haben.
Rechtliche Grundlage sind unter anderem SteuererklĂ€rungen fĂŒr die Jahre 2007 bis 2009 sowie eine Vereinbarung aus dem Jahr 1996. Der Ausgang könnte richtungsweisend sein â fĂŒr die Behandlung von Verrechnungspreisen und Gewinnverteilung multinationaler Konzerne weltweit.
ZusÀtzlicher Druck aus Lateinamerika
Parallel zu den US-Steuerproblemen sieht sich Coca-Cola mit verschĂ€rften Regulierungen in SĂŒdamerika konfrontiert. In Kolumbien erzielten Anwohner der Stadt La Calera einen Erfolg gegen die Konzerntochter Indega.
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Nach einer schweren DĂŒrre 2024 senkte die Umweltbehörde im April 2026 die erlaubte Wasserentnahmemenge von 3,23 auf 1,9 Liter pro Sekunde. Die Anzahl nutzbarer Quellen wurde reduziert, die Konzessionsdauer von zehn auf fĂŒnf Jahre halbiert.
In Brasilien steht der Konzern wegen Steueranreizen in der Freihandelszone von Manaus in der Kritik. Der Fiskus beziffert den jĂ€hrlichen Schaden durch Steuergutschriften auf Konzentrate auf rund 7 Milliarden Brasilianische Real. Die Praxis basiert auf einem Gerichtsurteil von 1998 â und fĂŒhrt laut Marktbeobachtern zu einer starken Marktkonzentration zulasten kleinerer GetrĂ€nkehersteller.
Auch Deutschland verschÀrft die Regeln
WĂ€hrend Coca-Cola international um seine Steuerpositionen kĂ€mpft, gibt es Neuerungen im deutschen Steuerrecht. Der Bundesrat stimmte am 12. Juni 2026 dem Neunten Gesetz zur Ănderung von Vorschriften im Steuerberatungsrecht zu.
Zudem veröffentlichte das Bundesfinanzministerium am 18. Juni 2026 neue GrundsĂ€tze zum BetriebsstĂ€ttenbegriff. FĂŒr international tĂ€tige Unternehmen werden die Anforderungen an Dokumentation und BetriebsstĂ€ttenbesteuerung damit weiter konkretisiert.
