Commerzbank-Betriebsrat, Strafanzeige

Commerzbank-Betriebsrat: Strafanzeige gegen UniCredit wegen Marktmanipulation

13.06.2026 - 06:02:17 | boerse-global.de

Zunehmende Spannungen zwischen Arbeitgebern und Betriebsräten: Verdi kritisiert Freistellung, Commerzbank-Gremium plant Strafanzeige gegen UniCredit.

Arbeitskonflikte eskalieren: Union Busting und Strafanzeigen
Commerzbank-Betriebsrat - Nahaufnahme einer vielfältigen Gruppe von Arbeitnehmern in einem modernen Büro, die Entschlossenheit und Solidarität ausstrahlen. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Fälle bei der KölnBäder GmbH, der Commerzbank und dem Jobcenter Bremen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung.

Union Busting bei den Kölner Bädern?

Die Gewerkschaft ver.di schlägt Alarm. Am Freitag kritisierte sie die kurzfristige Freistellung eines Betriebsratsmitglieds bei der KölnBäder GmbH. Dem Arbeitnehmervertreter wird ein Arbeitszeitverstoß vorgeworfen. Der Betriebsrat verweigerte jedoch die Zustimmung zu einer außerordentlichen Kündigung.

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Tjark Sauer, Geschäftsführer von ver.di Köln-Bonn-Leverkusen, spricht von einem „massiven Eingriff in die Rechte eines Betriebsratsmitglieds“. Die Gewerkschaft wertet das Vorgehen als Union Busting – also den Versuch, Betriebsratsarbeit zu behindern. Sauer fordert die sofortige Rücknahme der Freistellung. Weitere rechtliche Schritte würden geprüft.

Commerzbank-Betriebsrat geht gegen UniCredit vor

Noch härter fallen die Töne im Übernahmekampf um die Commerzbank aus. Der Gesamtbetriebsrat bereitet eine Strafanzeige gegen die italienische UniCredit vor. Der Vorwurf: Marktmanipulation und Irreführung des Kapitalmarkts nach Paragraf 119 und 120 des Wertpapierhandelsgesetzes.

Betriebsratschef Sascha Uebel bestätigte eine außerordentliche Sitzung zu diesem Thema. Das Übernahmeangebot von Anfang Mai sieht einen Umtausch von 0,485 eigenen Aktien je Commerzbank-Anteil vor. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter liegt das Angebot deutlich unter dem aktuellen Kurs von rund 37,20 Euro.

Besonders kritisch sehen Betriebsrat und Vorstand die gemeldeten Annahmequoten von 11,22 Prozent. Der Verdacht: Diese Aktien stammen überwiegend von Banken, die mit UniCredit verbunden sind. Die BaFin hat nach einer Beschwerde der Commerzbank bereits eine formelle Prüfung eingeleitet. UniCredit weist alle Vorwürfe zurück.

Hohe Hürden für Kündigungen von Mandatsträgern

Außerordentliche Kündigungen von Betriebsratsmitgliedern sind rechtlich schwer durchsetzbar. Das zeigt ein aktueller Fall vor dem Arbeitsgericht Nürnberg. Einem Betriebsratsmitglied war wegen Beiträgen im Intranet fristlos gekündigt worden. Die Richter prüften genau, ob es sich um unzulässige private Nutzung oder zulässige betriebliche Kommunikation handelte.

Bereits Ende Januar hatte das Bundesarbeitsgericht die Rechte von Arbeitnehmern mit besonderem Schutzstatus gestärkt (Az. 2 AZR 128/25). Es ging um die Kündigung eines schwerbehinderten Mitarbeiters während der Wartezeit. Das Gericht erklärte die Kündigung für unwirksam – die Anhörungsfrist der Schwerbehindertenvertretung war noch nicht abgelaufen, als die Kündigung bereits am Nachmittag zugestellt wurde.

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Weitere Konflikte und Umstrukturierungen

Auch beim Jobcenter Bremen eskaliert ein Fall. Im Mai wurde die Kündigung des Mitarbeiters Fred Göcken bekannt, nachdem dieser in einer Fernsehdokumentation massive Kritik geäußert hatte. Auch hier gab es bereits gerichtliche Auseinandersetzungen und Abmahnungen.

Parallel sorgen strukturelle Veränderungen für Unruhe. Das Handelsunternehmen JYSK verlagert rund 50 Stellen aus der Buchhaltung in Handewitt nach Polen. Trotz eines Umsatzanstiegs auf 1,297 Milliarden Euro hält das Unternehmen an den Plänen fest. Die Arbeitnehmervertreter prüfen nun Kündigungsschutzmaßnahmen und die Sozialauswahl.

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