Cum-Ex: Verfahren gegen Deutsche-Börse-Vorstand Book eingestellt
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 15:19 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Staatsanwaltschaft Köln hat ein Ermittlungsverfahren gegen Deutsche-Börse-Vorstand Thomas Book wegen Cum-Ex-GeschÀften zum 15. September eingestellt. Books AnwÀlte Michael Gubitz und Ole-Steffen Lucke teilten mit, die Entscheidung sei nach Paragraf 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung mangels hinreichenden Tatverdachts und ohne Auflagen erfolgt.
Staatsanwaltschaft bestÀtigt Einstellung
Die Ermittlungen seien umfangreich gewesen, erklĂ€rten die AnwĂ€lte. In der BegrĂŒndung habe die Staatsanwaltschaft dargelegt, dass sich keine Anhaltspunkte fĂŒr strafbare Handlungen ergeben hĂ€tten und gegen Book kein Tatverdacht mehr bestehe.
Die Staatsanwaltschaft Köln bestÀtigte die Einstellung des Verfahrens. Die Entscheidung beendet die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Manager ohne Anklage und ohne weitere Bedingungen.
Verfahren lief seit 2023
Ăber das Ermittlungsverfahren war bereits im Sommer 2023 berichtet worden. Damals galt der heute 55-jĂ€hrige Book als möglicher Nachfolger von Deutsche-Börse-Chef Theodor Weimer.
Den Vorstandsvorsitz ĂŒbernahm Ende 2024 jedoch Books Vorstandskollege Stephan Leithner. Book bleibt Vorstandsmitglied der Deutschen Börse.
Die Einstellung nach Paragraf 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft keinen hinreichenden Tatverdacht fĂŒr eine Anklage sieht. Anders als bei einer Einstellung gegen Auflagen ist damit keine Zahlung und keine sonstige Bedingung verbunden. Das Verfahren gegen Thomas Book endet damit ohne strafrechtliche Anklage.
Cum-Ex-GeschÀfte stehen seit Jahren im Mittelpunkt umfangreicher Ermittlungen, Gerichtsverfahren und politischer Aufarbeitung. Bei den GeschÀften wurden Aktien rund um den Dividendenstichtag so gehandelt, dass FinanzÀmter Kapitalertragsteuer mehrfach bescheinigt oder erstattet haben sollen, obwohl sie teilweise nur einmal oder gar nicht entrichtet worden war. Der Bundesgerichtshof hat solche Gestaltungen in bestimmten FÀllen als Steuerhinterziehung eingeordnet. Die rechtliche Bewertung einzelner Personen hÀngt jedoch von den jeweils nachweisbaren TatbeitrÀgen und Kenntnissen ab.
Folgen fĂŒr Deutsche Börse
FĂŒr die Deutsche Börse beendet die Entscheidung ein Ermittlungsrisiko auf persönlicher Ebene des Vorstandsmitglieds. Sie verĂ€ndert zugleich nicht die frĂŒhere öffentliche Debatte ĂŒber Cum-Ex oder die strafrechtliche Bewertung anderer FĂ€lle. Book bleibt Vorstand der Deutschen Börse; den Vorstandsvorsitz ĂŒbernahm Ende 2024 Stephan Leithner. Die Einstellung dĂŒrfte deshalb vor allem fĂŒr Books persönliche rechtliche Stellung und die Governance-Wahrnehmung des Börsenbetreibers Bedeutung haben.
