Bosch-Tochter will bis zu 400 Stellen streichen
05.12.2024 - 17:28:06 | dpa.de
Angesichts der Krise in der Autoindustrie will auch die auf Fahrzeugsoftware spezialisierte Bosch-Tochter Etas Stellen streichen. In den kommenden drei Jahren sollen weltweit bis zu 400 Stellen wegfallen, wie eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage mitteilte. Die genaue Anzahl hĂ€nge von GesprĂ€chen mit den Arbeitnehmervertretern ab. Wie viele Jobs in Deutschland betroffen sind, war zunĂ€chst unklar.Â
Die SparplĂ€ne betreffen damit ungefĂ€hr jeden achten der weltweit rund 3.100 BeschĂ€ftigten. Mehr als die HĂ€lfte davon, rund 1.650, arbeiteten Anfang Juli nach Unternehmensangaben in Deutschland. Etas hat hierzulande Standorte in Stuttgart-Feuerbach, Abstatt, Hildesheim, Bochum, Berlin und MĂŒnchen. Zuvor hatte die «Heilbronner Stimme» ĂŒber die PlĂ€ne berichtet.Â
Grund fĂŒr AbbauplĂ€ne: Krise in der Autobranche
Als BegrĂŒndung nannte die Sprecherin die Lage in der Branche. Unter anderem wĂŒrden intelligente Fahrerassistenzsysteme nicht so nachgefragt wie erwartet. Viele solche Projekte wĂŒrden gerade zurĂŒckgestellt. Der Stellenabbau solle so sozialvertrĂ€glich wie möglich gestaltet werden, sagte die Sprecherin. Auch bei der Bosch-Tochtergesellschaft gilt demzufolge eine Mitte 2023 geschlossene Vereinbarung, die betriebsbedingte KĂŒndigungen bis Ende 2027 ausschlieĂt.Â
Etas entwickelt unter anderem sogenannte Basissoftware fĂŒr verschiedene Autohersteller und andere Zulieferer. Zum Angebot gehören allerdings auch Cybersecurity-Lösungen fĂŒr Fahrzeuge. Die 100-prozentige Bosch-Tochter mit Sitz in Stuttgart erwirtschaftete 2023 einen Umsatz von 499 Millionen Euro.
Seit gut einem Jahr kĂŒndigt der Technologiekonzern immer wieder an, Stellen zu streichen. Bis Ende 2032 könnten bei Bosch weltweit mehr als 12.000 Jobs wegfallen. In Deutschland sind gut 7.000 Stellen betroffen. Der GroĂteil davon entfĂ€llt auf die Zuliefersparte. Aber auch in anderen Bereichen wie der Werkzeugsparte sollen Stellen gestrichen werden. An mehreren deutschen Bosch-Standorten gab es zuletzt Proteste gegen die AbbauplĂ€ne.Â
Branche in der Krise
Die Autoindustrie steckt angesichts der schwachen Konjunktur in der Krise und leidet unter der mauen Nachfrage - vor allem nach E-Autos. Bei Volkswagen stehen LohnkĂŒrzungen, WerksschlieĂungen und ein Stellenabbau im Raum. Mit Warnstreiks macht die IG Metall dagegen mobil. Bei Ford in Deutschland sollen bis 2027 2.900 Stellen wegfallen. Und auch die Zulieferer ZF, Continental und Schaeffler wollen Tausende Stellen abbauen.
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