Hisbollah-Kommandeur bei Angriff in Beirut getötet
20.09.2024 - 18:42:14Ibrahim Akil sei tot, teilte Armeesprecher Daniel Hagari mit. Demnach wurden bei dem Angriff noch weitere Mitglieder der Hisbollah-Elitetruppe Radwan getötet. Details dazu nannte Hagari nicht. Die Hisbollah Ă€uĂerte sich dazu zunĂ€chst nicht.
Ibrahim Akil gehört zu den GrĂŒndungsmitgliedern der Hisbollah und wirkte insbesondere im militĂ€rischen FlĂŒgel der schiitischen Organisation. Medienberichten zufolge war er der MilitĂ€rkommandeur der Hisbollah und damit der Nachfolger des am 30. August ebenfalls von Israel getöteten Fuad Schukr.
Die USA hatten ein Kopfgeld in der Höhe von sieben Millionen Dollar (6,27 Millionen Euro) auf Akil ausgesetzt. Bereits Anfang der 90er-Jahre hatte Israel versucht, Akil auszuschalten.
Bei dem Angriff in dem dicht besiedelten Vorort der Hauptstadt kamen nach libanesischen Angaben mehrere Personen ums Leben. Augenzeugen zufolge breitete sich rasch Panik aus, viele Bewohner brachen fluchtartig auf. Auf Videos in sozialen Medien waren verheerende Szenen in dem sĂŒdlichen Vorort Beiruts zu sehen, mit mehreren zerstörten Autos und beschĂ€digten HĂ€userfassaden. Das Gebiet gilt als Hochburg der Hisbollah.
Ohnehin besteht im Libanon schon seit Monaten die Sorge vor einem groĂen Krieg. Der libanesische Zivilschutz meldete, dass mindestens zwei GebĂ€ude infolge des Angriffs einstĂŒrzten. Die Mitarbeiter suchten nach VerschĂŒtteten.
Bereits Ende Juli hatte Israels Armee mit Schukr einen hochrangigen MilitĂ€rkommandeur getötet. Knapp einen Monat spĂ€ter reagierte die Hisbollah mit einem Vergeltungsangriff. Nach den koordinierten Explosionen Hunderter Pager und HandfunkgerĂ€te dĂŒrfte die heutige Attacke die Hisbollah weiter unter Druck setzen.
Die Hisbollah (Partei Gottes) entstand 1982 mit iranischer UnterstĂŒtzung als Antwort auf die israelische Invasion im Libanon. Seitdem kĂ€mpft sie politisch, aber auch mit Gewalt gegen Israel. Verheerende AnschlĂ€ge und EntfĂŒhrungen wĂ€hrend der Zeit gehen auf das Konto der Hisbollah.

