Jeder Zweite hat VerstĂ€ndnis fĂŒr Kippen-Schwarzmarkt
02.09.2025 - 11:50:52Viele Menschen werden im Alltag immer wieder mit illegalem Zigarettenhandel konfrontiert. Wie eine vom Tabakkonzern Philip Morris in Auftrag gegebene Umfrage ergab, werden vier Prozent der 1.004 Befragten hÀufig illegale Zigaretten angeboten und 13 Prozent gelegentlich. Knapp zwei Drittel haben das noch nie erlebt - der Rest nur selten oder er war sich nicht sicher. Unter den Befragten waren Raucher und Nichtraucher, die Umfrage unter 18- bis 69-JÀhrigen ist reprÀsentativ.
Der Handel mit Zigaretten - die am Zoll vorbei aus Osteuropa nach Deutschland eingeschleust oder hierzulande in illegalen Fabriken hergestellt werden - ist ein MassengeschĂ€ft: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland laut einer KPMG-Studie 1,7 Milliarden solcher Kippen am Schwarzmarkt verkauft und damit etwas mehr als 2023. Das ergaben Stichproben von Packungen, die aus dem MĂŒll gefischt und auf Steuerzeichen kontrolliert wurden. Die Schwarzmarkt-GlimmstĂ€ngel machen gut zwei Prozent des Zigarettenkonsums insgesamt aus. Der jĂ€hrliche Steuerschaden wird auf rund 400 Millionen Euro geschĂ€tzt.Â
Organisierte KriminalitÀt wird gestÀrkt
Tammo Körner von Philip Morris Deutschland warnt vor den Folgen illegaler Zigaretten. «Die Gewinne nutzt die Organisierte KriminalitĂ€t, um andere KriminalitĂ€tsbereiche wie den Menschen-, Waffen- und Drogenhandel auszubauen - das hat Folgen fĂŒr den Staat und uns als Gesellschaft.» Dem Staat entgingen Steuereinnahmen, die dann fĂŒr staatliche Leistungen fehlten.
Das Problembewusstsein ist in einem groĂen Teil der Bevölkerung durchaus vorhanden, wie die Umfrage ergibt. Gut ein Drittel der Befragten halten es fĂŒr «völlig inakzeptabel», wenn jemand wissentlich illegale Produkte wie Zigaretten kaufe. Knapp die HĂ€lfte findet das «nicht gut, aber teilweise verstĂ€ndlich» und jeder Zehnte «nicht so schlimm». Vier Prozent gaben an, dies sei «absolut in Ordnung».
Tabakfachmann Körner sieht die Ergebnisse der Befragung als Beleg, dass die Risiken des illegalen Zigarettenhandels unterschĂ€tzt werden. Denn wĂ€hrend viele Befragte sich in der Befragung sorgenvoll ĂŒber Drogenhandel, Cybercrime, Menschenhandel und Waffenhandel Ă€uĂerten, spielt illegaler Zigarettenhandel aus Sicht der meisten Befragten nur eine untergeordnete Rolle in der Organisierten KriminalitĂ€t. Das sei eine gefĂ€hrliche WissenslĂŒcke, sagt er. «Wer illegale Zigaretten kauft, stĂ€rkt damit die Organisierte KriminalitĂ€t generell und nicht nur einen isolierten, vermeintlich harmlosen Bereich.»
Zollgewerkschaft ist besorgt
Philip Morris appelliert an die Politik, entschlossener gegen den illegalen Zigarettenhandel vorzugehen, etwa mit mehr Zöllnern. Zusammen mit der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ startet der Tabakkonzern eine AufklÀrungskampagne, um auf die Gefahren illegaler ZigarettenkÀufe hinzuweisen.
«Die AusmaĂe des Schwarzmarktes fĂŒr Zigaretten sind aus unserer Sicht nicht nur alarmierend, sondern stellen eine direkte Bedrohung fĂŒr unsere Sicherheitsarchitektur dar», sagt der BDZ-Bundesvorsitzende Thomas Liebel. Deutschland habe sich von einem reinen Transitland zu einem strategisch wichtigen Produktions- und Vertriebsstandort fĂŒr die Organisierte KriminalitĂ€t entwickelt. «LĂ€ngst geht es nicht mehr nur um Steuerhinterziehung, sondern um die direkte Bereicherung mafiöser Strukturen durch den Zigarettenschmuggel.»





