HUK-E-Barometer, Coburg

Das neue HUK-E-Barometer

31.07.2025 - 08:00:19

Coburg - Trendwende bei E-MobilitÀt möglich: Privatleute steigen so hÀufig von Verbrenner- auf Elektroautos um wie zuletzt Ende 2023 - Erstmals bewertet bundesweit eine Mehrheit E-Autos als "gut" oder "sehr gut" - Am stÀrksten ziehen die Bestandsquoten bei Stromern laut HUK-E-Barometer in Schleswig-Holstein und Niedersachsen an

Private Autofahrer entscheiden sich nach langer ZurĂŒckhaltung wieder vermehrt fĂŒr Elektroautos. Im zweiten Quartal 2025 stiegen laut HUK-E-Barometer rund ein Drittel mehr beim Fahrzeugwechsel von einem Verbrenner auf ein reines E-Auto um als im Quartal zuvor. Insgesamt waren es bundesweit 5,5 Prozent aller Fahrzeugwechsel (4,1% in Q1 2025). Einen Wert in Ă€hnlicher Höhe gab es zuletzt Ende 2023, also vor dem Wegfall der staatlichen KaufprĂ€mie. Und auch der Gesamtbestand an privaten E-Autos hat im zweiten Quartal 2025 spĂŒrbar angezogen auf 3,2 Prozent. Die Dynamik der Bestandszunahme ist damit ebenfalls die höchste seit mehr als einem Jahr.

Das sind zentrale Messergebnisse des neuen HUK-E-Barometers, das sich aus Daten des umfangreichen Versicherungsbestands des marktfĂŒhrenden Unternehmens ergibt. Parallel werden von HUK-COBURG jedes Quartal neu durch bundesweit reprĂ€sentative Online-Befragungen die Einstellungen zu Elektroautos sowie Verhaltensweisen der deutschen Bevölkerung erfragt. Und auch hier deutet sich ein Umschwung an. So erklĂ€rt jetzt erstmals mit 48 Prozent eine relative Mehrheit der Deutschen ab 16 Jahren, dass sie E-Autos "sehr gut" oder "gut" findet, 45 Prozent der Befragten finden sie "weniger" oder "gar nicht gut". Anfang 2024 waren dagegen erst 37 Prozent positiv eingestellt und noch 52 Prozent negativ.

Dr. Jörg RheinlÀnder, Vorstandsmitglied der HUK-COBURG: "Ob der Umstieg zur E-MobilitÀt in Deutschland gelingt, entscheidet sich im privaten Automarkt, denn er umfasst gut 90 Prozent des Gesamtmarktes. Deshalb sind die neuen Trendsignale wichtiger als etwa Neuzulassungszahlen bei gewerblich genutzten Pkw, die nur etwa zehn Prozent ausmachen."

Baden-WĂŒrttemberg fĂ€llt ab, Norddeutschland steigt auf

Beim verstÀrkten Privatinteresse an Elektroautos fahren im abgelaufenen Quartal vor allem zwei BundeslÀnder vorneweg. In Schleswig-Holstein und Niedersachsen haben die Quoten an E-Autos gemessen am dortigen gesamten Autobestand am krÀftigsten zugenommen. Bayern und Rheinland-Pfalz folgen dahinter schon mit etwas Abstand. Die rote Laterne behalten die ostdeutschen BundeslÀnder Sachsen und Sachsen-Anhalt wie bereits im gesamten Jahresverlauf 2025.

Überraschend schwĂ€chelt aber das Autoland Baden-WĂŒrttemberg. Beim Elektro-Anteil am Privatbestand steht es nun erstmals seit fĂŒnf Jahren - dem Beginn der HUK-Auswertung 2020 - nicht mehr unter den Top-3-LĂ€ndern. Begonnen hat dieser Abstieg Mitte 2022. Damals hatte das LĂ€ndle im BundeslĂ€nder-Vergleich noch die höchste Bestandsquote an Elektroautos, bevor es in dieser Kategorie zunĂ€chst hinter Bayern zurĂŒckfiel und inzwischen auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorbeiziehen lassen muss.

Noch deutlicher hinkt Baden-WĂŒrttemberg bei den Umstiegen auf reine Elektroantriebe bei Fahrzeugwechseln hinterher. Im zweiten Quartal 2025 stiegen in Niedersachsen (6,6%), Bayern (6,4%) und Hessen (5,9%) die meisten Privatleute von einem Verbrenner- auf einen Elektromotor um. FĂŒr die Autofahrer im SĂŒdwesten hingegen liegt dieser Wert mit nur 4,9 Prozent sogar noch unter dem Bundesschnitt von 5,5 Prozent.

JĂŒngere und MĂ€nner sind die grĂ¶ĂŸten E-Auto-Fans

Nicht nur regional sind die Unterschiede in Sachen ElektromobilitĂ€t groß. Auch zwischen Älteren und JĂŒngeren gehen die Einstellungen hierzu deutlich auseinander - und diese Schere öffnet sich weiter. So bewerten aktuell 65 Prozent der unter 40-JĂ€hrigen Elektroautos als "sehr gut" oder "gut". Anfang 2024 waren es 49 Prozent. Bei den ab 40-JĂ€hrigen ist die Zustimmung dagegen weit geringer (39 %) und die Steigerung gegenĂŒber Anfang 2024 (31%) auch nur halb so hoch.

MĂ€nner zeigen sich gegenĂŒber Frauen dabei grundsĂ€tzlich deutlich positiver gegenĂŒber E-Autos (55 % zu 41 %). Extrem unterschiedlich sind daher etwa Einstellungen bei MĂ€nnern unter 40 Jahren gegenĂŒber Frauen ab 40 Jahren. Hier liegen die Quoten um mehr als das Doppelte auseinander (73 % zu 34 %). Noch grĂ¶ĂŸer sind die Unterschiede bei der Kaufabsicht. So erklĂ€ren nur zehn Prozent der Frauen ab 40 Jahren, sich "kĂŒnftig grundsĂ€tzlich nur noch ein reines Elektroauto" anschaffen zu wollen. Bei MĂ€nnern unter 40 Jahren ist die Quote mit 31 Prozent hingegen sogar dreifach höher.

Reichweite schreckt Vielfahrer offenbar nicht

Auch Vielfahrer finden offenbar wachsendes Gefallen an E-MobilitÀt. Wer mehr als 20.000 Kilometer im Jahr unterwegs ist, bewertet E-Autos aktuell zu 54 Prozent positiv ("sehr gut" oder "gut"). Anfang 2024 waren es mit 29 Prozent fast die HÀlfte weniger.

TatsÀchlich ziehen auch die Anschaffungen von E-Autos bei denen an, die vergleichsweise viel fahren. Wer etwa mehr als 12.000 Kilometer im Jahr unterwegs ist, stieg im zweiten Quartal 2025 bei Fahrzeugwechseln zu 6,1 Prozent auf Elektroantriebe um. Diese Umstiegsquote liegt damit um ein Drittel höher als bei Fahrern mit einer Jahresleistung bis 6.000 Kilometern (4,2 %). Und eine weitere Messung im zweiten Quartal 2025 ergibt: 80 Prozent derjenigen, die bislang schon ein E-Auto haben und mehr als 12.000 Kilometer im Jahr fahren, wÀhlen beim Fahrzeugwechsel erneut ein reines E-Auto. Ihre Erfahrungen auf lÀngeren Strecken mit Reichweite und Lademöglichkeiten sind also offenbar nicht so schlecht.

Gebrauchte E-Autos als Game Changer

Vermehrte Wechsel zum E-Auto in der privaten Bevölkerung könnten auch durch politische Weichenstellungen befördert werden. So plĂ€diert laut HUK-E-Barometer eine deutliche Mehrheit von 60 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren dafĂŒr, dass auch gebrauchte E-Autos bei einer staatlichen Förderung berĂŒcksichtigt werden. Sogar jeder Dritte aus dieser Gruppe erklĂ€rt, dass dann fĂŒr ihn persönlich die Anschaffung eines Elektroautos wahrscheinlicher wird. Dr. RheinlĂ€nder: "KĂ€ufe von Gebrauchtwagen sind um ein Vielfaches hĂ€ufiger als Zulassungen neuer Fahrzeuge im deutschen Automarkt. Je mehr Elektroautos im Gebrauchtwagenmarkt daher eine Rolle spielen, desto stĂ€rker werden die Effekte sein - besonders fĂŒr das Klima."

Weiteres Zahlenmaterial zum aktuellen HUK-E-Barometer unter

https://www.huk.de/e-barometer

Das HUK-E-Barometer 2025 basiert auf exklusiven Versicherungszahlen der HUK-COBURG und einer Online-Umfrage. Als grĂ¶ĂŸter deutscher Autoversicherer mit insgesamt ĂŒber 14 Millionen Fahrzeugen und einem Marktanteil von fast einem Viertel an privat zugelassenen Kraftfahrzeugen bietet die HUK-COBURG valide Daten fĂŒr die Analyse der Verbreitung und Akzeptanz verschiedener Antriebsarten und entsprechender Fahrzeugwechsel.

Die zusĂ€tzlich erhobene reprĂ€sentative Umfrage wurde bundesweit durchgefĂŒhrt in Zusammenarbeit mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov Deutschland. Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage im YouGov Panel, an der 4180 Personen zwischen dem 12.05. und 01.06.2025 teilnahmen. Die Daten wurden mit den Quotenmerkmalen Alter und Geschlecht innerhalb der einzelnen BundeslĂ€nder erhoben. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind reprĂ€sentativ fĂŒr die Bevölkerung in jedem einzelnen Bundesland ab 16 Jahren nach Alter und Geschlecht sowie fĂŒr die Bevölkerung in Deutschland gesamt ab 16 Jahren nach Alter, Geschlecht und Region.

Zur Pressemeldung auf huk.de:

https://www.huk.de/presse/nachrichten/aktuelles/ebarometer.html

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