NiederlÀndisches, Parlament

NiederlĂ€ndisches Parlament stimmt fĂŒr VerschĂ€rfung von Asylgesetz

04.07.2025 - 06:26:16

Das niederlÀndische Parlament hat einer deutlichen VerschÀrfung des Asylrechts zugestimmt.

Die Zweite Kammer nahm mehrheitlich zwei heftig umstrittene GesetzesvorschlĂ€ge an. Damit soll es deutlich schwieriger werden, Asyl in den Niederlanden zu bekommen und Familienangehörige nachzuholen. Der Aufenthalt im Land ohne gĂŒltige Papiere wie auch Hilfe fĂŒr Menschen ohne Papiere soll strafbar werden.

Juristen, Regierungsberater, Asylbehörden und FlĂŒchtlingsorganisationen hatten vor der EinfĂŒhrung der Gesetze gewarnt. Die Maßnahmen seien rechtlich zweifelhaft und praktisch nicht umzusetzen.

Rechtspopulist Wilders treibende Kraft

Initiator der VerschĂ€rfung war der radikal-rechte Populist Geert Wilders. Dieser hatte sich erstmals mit seiner Partei fĂŒr die Freiheit (PVV) an einer Regierung beteiligt und wollte das "strengste Asylgesetz aller Zeiten" durchsetzen. Doch im Juni platzte die Koalition am Streit ĂŒber die Asylgesetze. Neuwahlen sind fĂŒr Ende Oktober geplant.

Die PVV, stĂ€rkste Kraft in der Zweiten Kammer des Parlaments, stimmte nun gemeinsam mit ihren frĂŒheren Regierungspartnern fĂŒr die Gesetzesvorhaben. Dennoch ist es fraglich, ob die Gesetze auch in der Ersten Kammer des Parlaments, vergleichbar dem Bundesrat, eine Mehrheit bekommen. Es wird erwartet, dass das Gesetzespaket dort im Herbst behandelt wird.

50 Prozent weniger Asylsuchende

KĂŒnftig soll es zwei Arten von Asylstatus geben: FlĂŒchtlinge aus Kriegs- oder Katastrophengebieten sowie Menschen, die aus individuellen GrĂŒnden - wie etwa ethnische Herkunft - verfolgt werden. Die Aufenthaltsgenehmigung soll von fĂŒnf auf drei Jahre verkĂŒrzt und auch der Familiennachzug drastisch eingeschrĂ€nkt werden.

Etwa 12 Prozent der Migranten, die jĂ€hrlich in die Niederlande kommen, sind Asylsuchende. 2024 waren es 32.000 Asylsuchende sowie etwa 10.000 nachreisende Angehörige. In den ersten drei Monaten von 2025 gingen die Zahlen aber drastisch um 50 Prozent zurĂŒck. Ähnliche Trends gibt es in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern.

@ dpa.de