Defizit, Milliarden

Öffentliches Defizit erneut bei mehr als 100 Milliarden Euro

04.04.2025 - 10:38:18

Das öffentliche Finanzierungsdefizit ist im vergangenen Jahr erneut auf einen dreistelligen Milliardenbetrag angewachsen.

Zusammengerechnet betrug das Minus bei den Kern- und Extrahaushalten von Bund, LĂ€ndern, Gemeinden und Sozialversicherung 104,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Es stieg im Vorjahresvergleich um 12,7 Milliarden Euro.

2023 hatte der Fehlbetrag 91,7 Milliarden Euro betragen, nachdem es in den Vorjahren vom Stand 189,2 Milliarden Euro im Jahr 2020 stetig gesunken war. Seit 2021 hatte der Bund den mit Abstand grĂ¶ĂŸten Anteil an dem Gesamtdefizit, erklĂ€rt das Bundesamt. Vergangenes Jahr seien aber auch bei den LĂ€ndern, den Gemeinden und der Sozialversicherung erhebliche Defizite entstanden, die zusammen den Bund noch ĂŒbertroffen hĂ€tten.

Erstmals zwei Billionen Euro Ausgaben

Insgesamt hÀtten 2024 im öffentlichen Gesamthaushalt die Einnahmen von 1.977,6 Milliarden Euro die Ausgaben von 2.082,1 Milliarden Euro bei weitem nicht decken können - letztere seien erstmals auf zwei Billionen Euro angewachsen, wie das Bundesamt erklÀrte.

Die Entwicklung auf den verschiedenen Ebenen war unterschiedlich: Beim Bund wuchsen die Einnahmen im Vorjahresvergleich stÀrker als die Ausgaben, bei LÀndern und Kommunen war die Situation den Angaben zufolge umgekehrt. Besonders deutlich war dies bei den Gemeinden und GemeindeverbÀnden: Die Einnahmen stiegen hier zwar um 7,6 Prozent, die Ausgabenlast wuchs aber um 12,6 Prozent.

Höhere Sozialausgaben

Das Bundesamt nennt als einen Grund fĂŒr die Entwicklung höhere Sozialausgaben, die vor allem die Gemeinden, aber auch den Bund betrafen. Beim Bund liefen Ende MĂ€rz 2024 die Ausgaben fĂŒr Zuweisungen an Unternehmen und Privathaushalte fĂŒr wĂ€hrend der Energiekrise gewĂ€hrte Hilfen aus. Die Statistik zeigt auf dieser Ebene zugleich einen starken Anstieg der laufenden Sachausgaben aus militĂ€rischen Beschaffungen.

Mit einem Defizit von 50,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr sei beim Bund ein rĂŒcklĂ€ufiger Trend erkennbar, teilt das Bundesamt mit: WĂ€hrend der Corona-Jahre war hier im Jahr 2022 ein Rekordminus von 145,1 Milliarden Euro aufgelaufen, das 2023 bereits auf 87,6 Milliarden Euro gesunken sei.

Das Finanzierungsdefizit der Gemeinden und GemeindeverbĂ€nde wuchs dagegen erheblich von 6,6 Milliarden Euro auf 24,8 Milliarden Euro. Die Lage der BundeslĂ€nder sei unterschiedlich, erklĂ€rten die Statistiker. Mit einem Überschuss hĂ€tten nur Niedersachsen, Sachsen und Rheinland-Pfalz abgeschlossen. Der Fehlbetrag der Sozialversicherung von 10,5 Milliarden Euro gehe auf Pflege- und Rentenversicherung sowie insbesondere die Krankenversicherung zurĂŒck.

@ dpa.de