Deutsche Inflation sinkt auf tiefsten Stand seit ĂŒber drei Jahren
11.10.2024 - 08:51:44Vor allem die starken PreisrĂŒckgĂ€nge bei der Energie haben dafĂŒr gesorgt, wie die Bundesbehörde am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten die BestĂ€tigung der ersten SchĂ€tzung im Schnitt erwartet. Die Zeit der starken Preiserhöhungen auf Waren und Dienstleistungen scheint damit zunĂ€chst einmal vorbei. Eine geringere Teuerung war zuletzt im Februar 2021 mit 1,5 Prozent beobachtet worden.
Das Abebben der Inflation ist grundsĂ€tzlich eine gute Nachricht fĂŒr die schwache deutsche Wirtschaft und die Verbraucher, die wegen der Energiekrise und gestiegener Lebensmittelpreise langfristig an Kaufkraft verloren haben. Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) hat mit dem Argument der sinkenden Inflation im September den Leitzins zum zweiten Mal im laufenden Jahr gesenkt. Kredite sollen sich dadurch verbilligen.
Energieprodukte waren im September im Schnitt 7,6 Prozent gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor. Dazu gehören unter anderem Kraftstoffe, Heizöl oder Holz. Auch Strom und Erdgas waren gĂŒnstiger zu haben als vor Jahresfrist. Bei den Nahrungsmitteln beobachteten die Statistiker eine Preissteigerung von 1,6 Prozent. Einzelne Produkte wie Olivenöl (+29,6 Prozent) oder Butter (+29,3 Prozent) legten auch deutlich stĂ€rkere PreissprĂŒnge hin. Die sogenannte Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel ist auf 2,7 Prozent zurĂŒckgegangen. Teurer als vor einem Jahr waren Dienstleistungen mit einem Plus von 3,8 Prozent. Hier spiegeln sich die vergleichsweise hohen TarifabschlĂŒsse fĂŒr viele Berufsgruppen.
Ăkonomen erwarten, dass die Inflation in Deutschland zunĂ€chst unter der Marke von zwei Prozent bleibt, aber zum Jahresende wieder anzieht. Der private Konsum ist auch eine wichtige Hoffnung fĂŒr die lahmende deutsche Wirtschaft. Am Mittwoch hatte die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose gesenkt. Sie rechnet nun fĂŒr das laufende Jahr mit einem RĂŒckgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent.

