Zentralkomitee, Katholiken

Zentralkomitee der Katholiken warnt vor sozialen KĂŒrzungen

24.11.2023 - 12:01:07

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat davor gewarnt, auf die milliardenschweren Probleme im Bundeshaushalt mit KĂŒrzungen im Sozialbereich zu reagieren.

Forderungen mancher Politiker, auf sozialpolitische Werkzeuge wie die Kindergrundsicherung zu verzichten, seien entschieden abzulehnen, sagte ZdK-PrÀsidentin Irme Stetter-Karp am Freitag auf der Herbst- Vollversammlung der katholischen Laienorganisation in Berlin.

"Auch in anderen Feldern der Sozialpolitik darf nun nicht vorschnell gespart werden." Zuletzt hatte unter anderem CDU-Chef Friedrich Merz einen Verzicht etwa auf die Kindergrundsicherung oder auf das höhere BĂŒrgergeld gefordert, um LĂŒcken im Haushalt zu schließen.

Nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts in der Vorwoche fehlten der Bundesregierung nun auf einen Schlag 60 Milliarden Euro, so Stetter-Karp. "Es ist handwerklich bedenklich, dass die Bundesregierung nun mitten in den Haushaltsverhandlungen blamiert dasteht." Wichtige Zukunftsvorhaben seien gefÀhrdet.

"Wir brauchen eine gesellschaftliche VerstĂ€ndigung darĂŒber, wie staatliche Vorhaben verlĂ€sslich finanziert werden können", forderte sie. "Zu dieser Debatte gehört die Schuldenbremse, aber auch die Frage, wie der Staat mehr Einnahmen generieren und ĂŒberholte Ausgaben streichen kann - mit einem gerechten Steuersystem und einer BeschrĂ€nkung auf zukunftsfĂ€hige Subventionen."

Bei dem Haushaltsurteil aus Karlsruhe geht es um Geld, das als Corona-Kredit bewilligt worden war, aber nachtrĂ€glich fĂŒr den Klimaschutz und die Modernisierung der Wirtschaft eingesetzt werden sollte. Dies erklĂ€rten die Richter fĂŒr verfassungswidrig. Zugleich entschieden sie, der Staat dĂŒrfe sich Notlagenkredite nicht fĂŒr spĂ€tere Jahre auf Vorrat zurĂŒcklegen.

@ dpa.de