Glasfaser-Ausbau, Privatwirtschaft

Glasfaser-Ausbau: Privatwirtschaft will weniger Fördermittel

12.12.2023 - 08:12:20 | dpa.de

Dass alle schnelles Internet haben sollen, ist unumstritten. Über den richtigen Weg zu diesem Ziel gibt es Streit. Anders als andere Branchen wollen die zustĂ€ndigen Firmen nicht mehr Geld, sondern weniger.

Kritik an Förderung: Beim Glasfaser-Ausbau will die Privatwirtschaft deutlich weniger Geld als geplant. - Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa
Kritik an Förderung: Beim Glasfaser-Ausbau will die Privatwirtschaft deutlich weniger Geld als geplant. - Foto: Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild/dpa

Beim Glasfaser-Ausbau fordert die beteiligte Privatwirtschaft deutlich weniger staatliche Fördermittel als bisher vorgesehen. Aus dem Bundeshaushalt sollten in den kommenden drei Jahren nur jeweils eine Milliarde Euro bereitgestellt werden und nicht wie angedacht drei Milliarden, forderten der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), der Bundesverband Glasfaseranschluss und der Breitbandverband Anga in einem gemeinsamen Schreiben. Auch die DigitalverbĂ€nde Bitkom und VATM nahmen diese Haltung ein. So eine Entlastung um insgesamt sechs Milliarden Euro wĂ€re auch angesichts der Haushaltslage angemessen, hieß es.

Den Unternehmen, die diese VerbĂ€nde reprĂ€sentieren, ist die staatliche Förderung schon seit langem ein Dorn im Auge. Sie monieren, dass dadurch die knappen BaukapazitĂ€ten fĂŒr staatlich gestĂŒtzte Vorhaben abgezogen werden und andere Gegenden nicht zum Zuge kommen, obwohl dort mehr Menschen wohnen und es daher dort dringlicher ist. Außerdem seien die Behördenverfahren aufwendig und zeitraubend. Insgesamt verlangsame sich der Ausbau durch die Subventionen, monieren die VerbĂ€nde.

Firmen gegen Antragsflut

Privatfirmen nehmen zwar an Ausschreibungen fĂŒr Förderprojekte teil, dies aber mitunter nur widerwillig - die Konkurrenz macht es schließlich auch. Mit Blick auf das bisher deutlich ĂŒberzeichnete jĂ€hrliche Förderbudget des Bundes fordern die VerbĂ€nde einen Kurswechsel, um eine erneute Antragsflut zu verhindern. Es Ă€rgert die Firmen, dass sich viele Kommunen gewissermaßen auf gut GlĂŒck fĂŒr eine Förderung bewerben, obwohl sie keine Chancen haben. Dadurch verstreicht viel Zeit - in der der eigenwirtschaftliche Ausbau schon hĂ€tte erfolgen können.

Ganz verzichten wollen die VerbĂ€nde nicht auf das staatliche Geld. Auch sie rĂ€umen ein, dass ein Ausbau mit sehr schnellem und stabilem Internet in manchen dĂŒnn besiedelten Gegenden Deutschlands nur mit Staatshilfe möglich ist. Die Bundesregierung will, dass in Deutschland bis 2030 flĂ€chendeckend GlasfaseranschlĂŒsse verfĂŒgbar sind. Davon ist die Bundesrepublik noch weit entfernt. Glasfaser gilt als die beste Technologie, um den steigenden Datenbedarf im Internetzeitalter meistern zu können.

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