Datenleck bei Nius: Nutzerdaten und Finanzinformationen waren offen zugänglich
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Recherchezentrum Correctiv hat laut einem Bericht vom 08.10.2026 über ein schwerwiegendes Datenleck beim Medienportal Nius berichtet. Den Recherchen zufolge lagen Nutzerdaten, Finanzinformationen sowie der Zugang zum internen Redaktionssystem ungeschützt im Internet offen. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf gravierende Sicherheitslücken und hat eine juristische Auseinandersetzung zwischen den beiden Medienhäusern ausgelöst.
Zugriff auf interne Artikelentwürfe
Das betroffene Medium Nius äußerte sich in einem Bericht vom 07.10.2026 zu den Vorfällen und erklärte, dass Correctiv Zugriff auf einen Datensatz aus dem hauseigenen Redaktionssystem habe, der bei einem Hackerangriff erbeutet worden sei. Correctiv nutze demnach interne Entwürfe sowie frühere Artikelversionen für journalistische Recherchen.
In einer Anfrage vom 05.10.2026 bestätigte Correctiv nach Angaben von Nius, einen umfassenden Datensatz aus dem internen System von NIUS.de eingesehen zu haben. Zugleich betonte das Recherchezentrum, nicht an der Beschaffung dieses Datensatzes beteiligt gewesen zu sein.
Nach Berichten vom 08.10.2026 erkundigte sich Correctiv am 05.10.2026 unter anderem nach einem internen Artikelentwurf vom 20.01.2026 sowie nach redaktionellen Überlegungen. Zu welchem Zeitpunkt und auf welchem Weg Correctiv an die Daten gelangte, blieb dabei offen.
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Schwere Vorwürfe und rechtliche Schritte
Die Berichterstattung zog scharfe Kritik der Nius-Führung nach sich. Chefredakteur Julian Reichelt warf dem Recherchezentrum vor, den Datenabfluss nicht rechtzeitig offengelegt und weder Nius noch die zuständigen Behörden gewarnt zu haben. Zudem kritisierte er den Umstand, dass gestohlene Daten als Grundlage für Recherchen verwendet worden seien.
Als Reaktion auf den Vorfall leitete Nius offizielle Schritte ein. Wie das Unternehmen mitteilte, wurden die zuständigen Aufsichtsbehörden über das Datenleck informiert.
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Zudem bereite das Portal eine Strafanzeige gegen Unbekannt vor, um die Hintergründe des unberechtigten Zugriffs und den Verbleib der Daten aufklären zu lassen. Der Fall unterstreicht die wachsenden Compliance- und Haftungsrisiken für Medienunternehmen bei unzureichend gesicherten IT-Infrastrukturen.
